CfP – Buchgeschichte und jüdische Geschichte

September 22nd, 2017

Forum jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit 2018

Call for Papers

Buchgeschichte und jüdische Geschichte in der Frühen Neuzeit

Dass das Judentum eine „Buchreligion“ und Juden ein „Volk des Buches“ seien, ist ein Gemeinplatz, der weit mehr meint als die Tatsache, dass die Tora von alters her das Zentrum der jüdischen Religionsausübung bildet. Die Schlagworte rufen – vor allem außerhalb der jüdischen Gesellschaft selbst – Assoziationen auf, die einen besonders engen Bezug von Juden und Jüdinnen zum geschriebenen Wort und zur Kultur des Buches unterstellen. Diese Bilder verdienen auch und gerade im Hinblick auf die Frühe Neuzeit eine genauere Betrachtung.

In den Kulturwissenschaften ist seit etwa zwei Jahrzehnten eine vermehrte Auf­merksamkeit für die Rolle der Gegenstände und des Materiellen in menschlichen Gesellschaften zu verzeichnen. In der historischen Forschung äußert sich derselbe Trend in einer neuen Wertschätzung der sogenannten „Hilfswissenschaften“ und in der vertieften Analyse der materiellen Formen, in denen historische Quellen entstanden und in denen sie überliefert sind.

Vor diesem Hintergrund widmet sich das „Interdisziplinäre Forum Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit“ mit seiner 19. Arbeitstagung der Rolle des Buches in der jüdischen Geschichte. Dazu sind Kurzbeiträge (max. 30 Minuten) besonders zu folgenden Themenbereichen willkommen:

  • Mündlichkeit und Schriftlichkeit (Erzählen und Aufschreiben; die Wahl der Sprache; Buchführen und Bewahren; Lesen und Vorlesen; auswendig Lernen und Aufführen …)
  • Die Buchproduktion und ihre Akteure (Kopisten, Typographen, Setzer und Drucker, Herausgeber, Buchbinder …)
  • Buchformate und Buchgestaltung (Nutzung und Produktion von Hand­schriften im Zeitalter des Drucks; Pergament und Papier; Formate; Illuminationen und Druckgrafik …)
  • Der Büchermarkt und seine Akteure (Buchhändler und Verleger; Auflagen und Nachdrucke, Raubkopien und die Entwicklung des „Copyright“; Gelegenheitsschriften und Ephemera; die ersten Periodika …)
  • Buchbesitz und Buchgebrauch (Gemeinden und andere Institutionen; Männer und Frauen; Gelehrte und weniger Gelehrte; Christen und Juden; Sammler und Bibliothekare …)
  • Überlieferungsbedingungen und ‑kontexte (jüdische und nichtjüdische Bibliotheken, Archive und Sammlungen; Genisot; Einbandfragmente …)
  • Texte über Bücher (Vorworte und Einleitungen; Rezeptionszeugnisse; Rezensionen …)
  • Ansichten über Juden und ihre Bücher (die Zensur jüdischer Bücher; der Reuchlin-Pfefferkorn-Streit; Juden und ihre Bücher in Einblattdrucken und Flugschriften …)

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen damit die materiellen, „äußeren“ Aspekte des Buches, weniger die Texte selbst, die in den Büchern enthalten sind. Neben dem Leitthema wird es aber auch im Rahmen der 19. Arbeitstagung wieder Gele­genheit geben, aktuelle Promotionsprojekte oder andere Forschungsvorhaben zur Diskussion zu stellen.

Das „Interdisziplinäre Forum Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit“ wird seit dem Jahr 2000 durch einen Arbeitskreis aus HistorikerInnen, JudaistInnen und VertreterInnen weiterer Fächer veranstaltet. Im Mittelpunkt der jährlichen Tagungen steht die Diskussion aktueller Fragestellungen und Forschungsvorhaben. Das „Forum“ widmet sich Themen vom späten Mittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert und ist offen für alle, die sich wissenschaftlich mit dieser Epoche der jüdischen Geschichte und Kultur befassen.

Die Arbeitstagung findet von Freitag bis Sonntag, 16.–18. Februar 2018, in Kooperation mit dem Referat Geschichte der Katholischen Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Tagungszentrum Hohenheim statt. Wie bei Arbeitskreisen üblich, tragen die Teilnehmenden, auch Referentinnen und Referenten, ihre Kosten selber. Im Einzelfall ist jedoch ein Zuschuss durch die Akademie oder die GEGJ möglich.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag mit einer Kurzbeschreibung bis zum 31. Oktober 2017 an Marion Aptroot (aptroot@phil.hhu.de), Christoph Cluse (cluse@uni-trier.de) oder Lucia Raspe (raspe@em.uni-frankfurt.de). Wir freuen uns auf Ihre Ideen und verbleiben

mit kollegialen Grüßen

Marion Aptroot (Düsseldorf) – Christoph Cluse (Trier) – Lucia Raspe (Frankfurt a. M./Berlin)

Forschungen zur Geschichte der Juden online

Juni 27th, 2017

Die ersten Bände der Reihe »Forschungen zur Geschichte der Juden«, die die GEGJ gemeinsam mit dem Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden der Universität Trier herausgibt, sind nun online verfügbar. Nach und nach werden alle Bände, die im Verlag Hahnsche Buchhandlung erschienen sind, auf dem OPUS-Server der Universitätsbibliothek Trier bereitgestellt. Die Bände, die seit 2016 im Verlag Harrassowitz erscheinen, können nach einer Karenzzeit von zwei Jahren ebenfalls open access gestellt werden.

CC

Neuerscheinung – Juden in Franken

März 21st, 2017

In der Publikationsreihe unserer Gesellschaft ist soeben erschienen:

Juden in Franken zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit: Die Grafschaften Castell und Wertheim im regionalen Kontext, Wiesbaden: Harrassowitz, 2016 (Forschungen zur Geschichte der Juden, Abt. A: Abhandlungen, Bd. 26).

ISBN 978-3-447-10768-6, 89,- Euro.

Die Anwesenheit von Juden »auf dem Lande« ist typisch für die Region Franken in der Frühen Neuzeit, nach den Vertreibungen aus den wichtigsten Territorien und Städten des spätmittelalterlichen Reiches. Warum sie typisch wurde und wie das Zusammenleben von Juden und Christen in der »Zwischenzeit« des 15. bis 17 Jahrhunderts, am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit gestaltet wurde, darüber war bisher nur wenig bekannt.

Die vorliegende Arbeit bietet erstmals einen gesicherten Überblick zur jüdischen Siedlungsentwicklung in Main- und Tauberfranken für diesen Zeitraum. In detaillierten Analysen untersucht sie das Beziehungsgeflecht zwischen Juden, Gemeinde und Obrigkeit unter besonderer Berücksichtigung herrschaftlicher Aspekte: Sie fragt nach den Motiven und Methoden herrschaftlichen Umgangs mit den Juden in Franken, nach den Besonderheiten des Zusammenlebens auf teilweise engem Raum in Dörfern und Kleinstädten und nach der Gestaltung jüdisch-christlicher Handelsgeschäfte. Dabei geraten auch Ausgrenzungstendenzen gegen Juden in den Blick, die in Hinblick auf ihre politisch-rechtlichen, ideologischen und religiösen Hintergründe eingeordnet werden.

Um sich den Herausforderungen des Lebens »auf dem Lande« zu stellen, adaptierten die jüdischen Gemeinden und Gemeinschaften ihre Organisationsformen und ‑methoden. In Rödelsee beispielsweise, einem kleinen fränkischen Winzerdorf an der Mainschleife, unterhielten bis zu zweihundert Juden eine eigene Synagoge, einen jüdischen Friedhof sowie eine Talmudschule.

CC

Neuerscheinung – Juden und ländliche Gesellschaft

Oktober 28th, 2016

Neuerscheinung in unserer Reihe:

Juden und ländliche Gesellschaft in Europa zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit (15.–17. Jahrhundert): Kontinuität und Krise, Inklusion und Exklusion in einer Zeit des Übergangs / hrsg. von Sigrid Hirbodian und Torben Stretz

VIII, 275 Seiten | 16 Abb., 1 Karte | ISBN 978-3-447-10636-8 | € 58,00

Im 15. bis 17. Jahrhundert wandelten sich die Rahmenbedingungen für jüdisches Leben in Europa grundlegend. Vertreibungen aus den städtischen Zentren führten zu einer stärkeren Präsenz von Juden in Dörfern und Kleinstädten. Im Heiligen Römischen Reich siedelten sie sich in kleineren und kleinsten Herrschaften an; ritterschaftliche Territorien und Kondominate entwickelten sich zu bevorzugten Rückzugsgebieten. Auch in anderen Regionen Europas spielten die Beziehungen der jüdischen Gemeinschaft zur ländlichen Gesellschaft nun eine größere Rolle. Damit gingen Veränderungen in den wirtschaftlichen, rechtlichen, politischen und kulturellen Strukturen einher; auch das gemeindliche Leben musste neu organisiert werden. Der Begriff „Landjudentum“ erscheint für diese Epoche des Übergangs zunächst ungeeignet; an ihrem Ende lässt er sich im Sinne eines „kulturellen Profils“ fassen.

Der vorliegende Band dokumentiert die Abschlusstagung des Teilprojekts A 7 „Juden auf dem Lande“ im Trierer Sonderforschungsbereich „Fremdheit und Armut. Wandel von Inklusions- und Exklusionsformen von der Antike bis zur Gegenwart“.

Mit Beiträgen von Friedrich Battenberg, Marie Buňatová, Nathanja Hüttenmeister, Danièle Iancu-Agou, Debra Kaplan, Rotraud Ries, Torben Stretz, Wolfgang Treue, Sabine Ullmann, Annette Weber und Hanna Węgrzynek.

GEGJ-Mitglieder können bei der Bestellung über den Verlag einen Herausgeber-Rabatt geltend machen.

CC

CFP: Juden in Konfessionalisierungsprozessen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert – Projektionen, Opfer und Akteure

September 28th, 2016

17.-19. Februar 2017, Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim

Interdisziplinäres Forum Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Bewerbungsschluss: 24.10.2015

 

Anlässlich des 500. Jahrestages der lutherischen Reformation geht schon lange der „Reformations-Virus“ um. Davon ließen sich die Organisator*innen des Forums für jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit nicht direkt infizieren. Sie möchten sich jedoch auf ihrer nächsten Tagung damit befassen, was Juden für die innerchristlichen Konfessionalisierungsprozesse bedeuteten, welche Folgen die Konfessionalisierung für die Juden hatte und ob und wie sich innerjüdische Konfessionalisierungsprozesse – nicht nur, aber auch – im Vergleich zu den christlichen bis ins 19. Jahrhundert entfalteten. Damit wollen sie auch einen Beitrag zur Forschungsdiskussion um die Konfessionalisierungsthese/das Konfessionalisierungsparadigma leisten.

1. Bedeutung der Juden für die Konfessionalisierungen

Ausgehend von der Annahme, dass konfessionalisierende Politik die Schaffung von monokonfessionellen Herrschaftsgebieten anstrebte, stellt sich die Frage nach der Bedeutung der jüdischen Minderheit für diese Prozesse. Zählten die Juden als konfessioneller Gegner, als Religionsgruppe, die in letzter Konsequenz überall hätte ausgewiesen werden müssen? Bestimmten allein konfessionspolitische Erwägungen die Judenaufnahmen, Judenpolitik und die Gesetzgebung („Judenordnungen“)? Lässt sich die Konfessionalisierungsthese aus dem Blickwinkel der jüdischen Geschichte bestätigen oder bedarf sie vielmehr einer (weiteren) Modifizierung.

2. Bedeutung der Konfessionalisierungen für die Juden

Neben der Betrachtung der konfessionalisierenden Politik gegenüber Juden sollen auch die jüdischen Handlungsspielräume und Verhaltensmuster untersucht werden. So stellt sich die Frage nach dem Einfluss der „Konfessionalisierung von unten“ auf soziale und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Christen und Juden, nach den politischen Handlungsmöglichkeiten der Juden „zwischen den konfessionellen Fronten“ – z.B. in den verschiedenen Religionskriegen der Zeit – und nach den  Einstellungen der Juden zu den Akteuren und Phänomenen der Ära. Schließlich lässt sich auch fragen, ob jüdische Migrationsbewegungen durch eine konfessionelle Politik motiviert waren.

3. Die „Konfessionalisierung des Judentums“

Dass Juden keinen Staat mit entsprechenden politischen Durchsetzungsmechanismen besaßen, bedeutet nicht, dass es im Judentum keine konfessionalisierenden Tendenzen gegeben hätte. Sie sind eher auf der Ebene der Ausbildung von Konfessionskulturen zu suchen, in Selbstreglementierung (z.B. in Minhagim-Büchern und Gemeindestatuten, Bekämpfung von Synkretismus und falschem Messianismus) sowie in religiösen Kodifizierungen (Schulchan-Aruch und Mappa), Moralbüchern (Mussar-Literatur), Katechismen (z.B. Lekach Tow von Abraham Jagel und die 13 Ikkarim des Maimonides) und (religiösen) Bildungsprogrammen/-reformen.

Ausgehend von den christlichen Konfessionalisierungen stellt sich zudem die Frage nach der Relevanz eines Gegenübers, gegen das die Abgrenzung erfolgt. Wie ist vor diesem Hintergrund die Differenz zwischen Aschkenasen und Sefarden zu bewerten, bildeten sie eigene (konfessionelle) Identitäten aus? Und wie sind die Entwicklungen des 19. Jahrhunderts mit Reformjudentum, Konservatismus und/oder Neo-Orthodoxie zu sehen?

Das Forum ist grundsätzlich für weitere Themenvorschläge aus einem breiter aufgefassten Verständnis von Konfessionalisierung offen, wie etwa die Frage danach, ob ethnographische Schriften über die Juden (Pfefferkorn, Margaritha, Schudt, Eisenmenger etc.) ein Bild vom Judentum als einer Konfession zeichneten und ob es denn je nach christlicher Konfession unterschiedliche Judenbilder gab. Auch Vorschläge zu Themen aus Regionen außerhalb des Heiligen Römischen Reichs wie etwa zur Inquisition in Spanien, zur Judenaufnahme im Cromwell-England oder zum Einfluss der Gegenreformation auf die Judenpolitik in Böhmen sind herzlich willkommen.

 

Wir bitten um Abstracts von max. 500 Wörtern bis zum 24.10.2016 an Rotraud Ries: ries@forum-juedische-geschichte.de.

Die Vorträge sollten 20-25 Minuten nicht überschreiten.

Die Tagungsteilnehmer tragen die Tagungskosten selbst. In begründeten Ausnahmefällen kann ein Zuschuss zu den Kosten gewährt werden.

 

Konzeption und Organisation:

Avi Siluk, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Judaistik

Dr. Rotraud Ries, Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte, Würzburg

Prof. Dr. Rebekka Voss, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Judaistik

Dr. Petra Kurz, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Stuttgart Hohenheim

Tagung: Juden und Christen in Bayern, Böhmen und Österreich

August 23rd, 2016

Interwoven Regional Worlds: Jews and Christians in Bavaria, Bohemia and Austria, 1349–1648

Juden und Christen in Bayern, Böhmen und Österreich (1349–1648)

12.09.2016–14.09.2016, Regensburg, Thon-Dittmer-Palais, Haidplatz 8, 93047 Regensburg; Anmeldungsschluss: 01. September 2016 (Anmeldung bitte bei haverkampeva@gmail.com oder seibert@lmu.de).

Konzeption und Organisation: Prof. Dr. Eva Haverkamp, Dr. Hubertus Seibert; Tagungsprogramm.

Aus der Perspektive der Global History werden Beziehungsnetzwerke zwischen verschiedenen Völkern, Ländern und Zivilisationen untersucht, die die Begrenzungen durch nationale Geschichten auf wirtschaftlichen, politischen und verschiedenen kulturellen Bereichen überwinden. Diese Konzeption soll auf der Ebene der Geschichte der Juden und Christen in drei benachbarten und wichtigen Großregionen erprobt werden. Die Konferenz beabsichtigt, die verschiedenen miteinander verflochtenen Lebenswelten der Juden in Bayern, Böhmen und Österreich näher zu betrachten. Die zeitliche Eingrenzung der Untersuchung ergibt sich durch die Zäsuren der Judenverfolgungen während des Schwarzen Todes und dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Methodisch setzt die Tagung bei den Migrationen der Juden an, die zumeist durch Vertreibungen, Verfolgungen, Flucht sowie durch rechtliche und religiöse Bindungen bedingt waren. Daneben konnten wirtschaftliche und persönliche Motive sowie die Lehre und Mobilität von jüdischen Gelehrten entscheidend sein. Des Weiteren stehen die Interaktionen und Netzwerke im Fokus, die auf politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und geistig-religiösen Ebenen zwischen Juden sowie zwischen Juden und Christen zu untersuchen sind.

Die Vortragsthemen sind in drei Sektionen unterteilt:

  • Politische Rahmenbedingungen und Wendepunkte
  • Wirtschaftliche Verflechtungen
  • Gelehrte Beziehungen und ihre Implikationen.

Sie ergeben sich aus der Bearbeitung von Quellen in unterschiedlichen Sprachen und Perspektiven. In der Zusammenschau – und damit in der interdisziplinären Zusammenarbeit von Referenten aus Israel, Deutschland, Tschechien und Österreich – wird ein vollständiges Bild der unterschiedlichsten Beziehungen zu erreichen versucht.

Die Tagung wird gefördert durch die European Association for Jewish Studies (London), den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds Česko-německý fond budoucnosti, den Schroubek Fonds Östliches Europa, München, und das Historische Seminar der LMU München.

Eva Haverkamp

Europäischer Tag der jüdischen Kultur

August 23rd, 2016

Am 4. September 2016, dem Tag der europäisch-jüdischen Kultur, veranstaltet das Johanna-Stahl-Zentrum für Jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken einen Workshop zum Thema »Spurenlesen« – Jüdische Sprachen auf dem Friedhof (vgl. den Folder im Anhang). Nathanja Hüttenmeister, Expertin für hebräische Epigraphik vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut in Essen, wird uns in einem ersten Teil im Johanna-Stahl-Zentrum ins Thema einführen und zeigen, wie man sich auch ohne Hebräischkenntnisse den Grabinschriften annähern kann.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause – bitte Imbiss mitbringen – fahren wir mit PKW’s nach Karlstadt-Laudenbach auf den jüdischen Friedhof und wenden das Gelernte an. Wir vermitteln gerne Fahrgemeinschaften. Zum Abschluss des Workshops können Sie die ehemalige Synagoge in Laudenbach besichtigen und sich einem Ortsrundgang zur jüdischen Geschichte anschließen.

Bitte melden Sie sich per mail zum Workshop an und teilen uns mit, ob Sie noch Plätze im Auto anbieten können oder einen solchen suchen.

Rotraud Ries

30 Jahre empirische Forschungen zu Antisemitismus in Deutschland

August 23rd, 2016

Mit dem Ende des Sommersemesters 2016 wird Werner Bergmann (langjähriges Mitglied der GEGJ) in den Ruhestand gehen. Mehr als 30 Jahre lang war er am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin tätig. Mit seinen theoretischen, empirischen und historischen Arbeiten hat er die Antisemitismusforschung in Deutschland wie wenige andere geprägt.

Das Zentrum für Antisemitismusforschung veranstaltet aus Anlass seines Ausscheidens am 30. September 2016 ein wissenschaftliches Symposium »30 Jahre empirische Forschungen zu Antisemitismus in Deutschland«.

Anmeldungen werden erbeten bis zum 9.9.2016 an Frau Carola Haring, E-Mail carola.haring@tu-berlin.de, Tel. +49-30-314-25676, Fax -21136.

Sabine Schüler-Springorum, Ulrich Wyrwa, Michael Kohlstruck

 

P.S.: Bitte beachten Sie auch: Am 12. und 13. September 2016 veranstaltet das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) seine diesjährige Sommeruniversität zum Thema »Debatten über Flucht und Migration«, zu der wir Sie herzlich einladen. Teilnahme nach vorheriger Anmeldung per E-Mail bis spätestens zum 2. September 2016 möglich. Bitte benutzen Sie dafür sommeruni@asf.tu-berlin.de.

20 Jahre Arye Maimon-Institut

Juni 28th, 2016

Mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Israel Yuval (Jerusalem) am 13. Juli feiert das Arye Maimon-Institut in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Hervorgegangen aus einem Forschungsschwerpunkt am Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte, ist das AMIGJ heute eine Institution von internationalem Rang.

Anlässlich des 20-jährigen Geburtstags ist es für das AMIGJ eine besondere Freude, dass Prof. Dr. Israel J. Yuval von der Hebräischen Universität Jerusalem sich bereit erklärt hat, den Festvortrag zu halten. Professor Yuval, der für seine Verdienste um das gegenseitige Verständnis zwischen Christen und Juden erst kürzlich den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhielt, wird

am 13. Juli 2016 um 18 Uhr in HS 10

sprechen über

„Schabbat versus Sonntag: Von der zeitlichen und endzeitlichen Bedeutung der Ruhe“.

Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

CC

Jüdische Diplomatie und jüdische Wohlfahrt

März 18th, 2016

International Workshop

Jewish Diplomacy and Welfare:
Intersections and Transformations in the Early Modern and Modern Period

April 10–12, 2016, Leibniz Institute of European History (IEG), Mainz & Museum Judengasse, Frankfurt a.M.

Shtadlanut (intercession) is generally perceived as a Jewish political practice, or as Jewish diplomacy. It was often closely connected with “righteous” and charitable activities (tzedakah) within the Jewish community. Both practices changed fundamentally during the 19th and early 20th centuries, when Jews were offered emancipation and, as a result, faced issues of inclusion, acculturation, and assimilation. In this context, the shtadlanim (advocates) of the Jewish minority were confronted with the incomplete integration as well as increasing anti-Semitism, which appear to have reinforced the necessity of Jewish intercession and solidarity.

The workshop takes a new look at the concepts of shtadlanut and tzedakah, in order to identify how they are interrelated and how these interrelations have changed over time. Key questions of the workshop are: How did Jews represent and negotiate their interests and “otherness” in different societies? Why and how could they receive special status in cultural, economic, and legal systems from the early modern period up to the 20th century? How influential were the concept and practice of tzedakah in Jewish political traditions? How have intercession and welfare been adapted in the course of the modern era?

Weitere Informationen zu dieser Tagung

CC