Neuerscheinung – Juden in Franken

In der Publikationsreihe unserer Gesellschaft ist soeben erschienen:

Juden in Franken zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit: Die Grafschaften Castell und Wertheim im regionalen Kontext, Wiesbaden: Harrassowitz, 2016 (Forschungen zur Geschichte der Juden, Abt. A: Abhandlungen, Bd. 26).

ISBN 978-3-447-10768-6, 89,- Euro.

Die Anwesenheit von Juden »auf dem Lande« ist typisch für die Region Franken in der Frühen Neuzeit, nach den Vertreibungen aus den wichtigsten Territorien und Städten des spätmittelalterlichen Reiches. Warum sie typisch wurde und wie das Zusammenleben von Juden und Christen in der »Zwischenzeit« des 15. bis 17 Jahrhunderts, am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit gestaltet wurde, darüber war bisher nur wenig bekannt.

Die vorliegende Arbeit bietet erstmals einen gesicherten Überblick zur jüdischen Siedlungsentwicklung in Main- und Tauberfranken für diesen Zeitraum. In detaillierten Analysen untersucht sie das Beziehungsgeflecht zwischen Juden, Gemeinde und Obrigkeit unter besonderer Berücksichtigung herrschaftlicher Aspekte: Sie fragt nach den Motiven und Methoden herrschaftlichen Umgangs mit den Juden in Franken, nach den Besonderheiten des Zusammenlebens auf teilweise engem Raum in Dörfern und Kleinstädten und nach der Gestaltung jüdisch-christlicher Handelsgeschäfte. Dabei geraten auch Ausgrenzungstendenzen gegen Juden in den Blick, die in Hinblick auf ihre politisch-rechtlichen, ideologischen und religiösen Hintergründe eingeordnet werden.

Um sich den Herausforderungen des Lebens »auf dem Lande« zu stellen, adaptierten die jüdischen Gemeinden und Gemeinschaften ihre Organisationsformen und ‑methoden. In Rödelsee beispielsweise, einem kleinen fränkischen Winzerdorf an der Mainschleife, unterhielten bis zu zweihundert Juden eine eigene Synagoge, einen jüdischen Friedhof sowie eine Talmudschule.

CC

Comments are closed.