Die GEGJ – eine kurze Geschichte

logoDie GEGJ, die mittlerweile weit mehr als hundert in- und ausländische Mitglieder hat, sieht ihre vordringliche Aufgabe darin, die Forschungen zur Geschichte der Juden zu intensivieren. Dabei knüpft sie einerseits an die Tradition der bis in die dreißiger Jahre bestehenden »Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums« an, betritt freilich insofern Neuland, als ihr sowohl jüdische als auch nichtjüdische Mitglieder angehören. Neben der engen Zusammenarbeit von Gelehrten verschiedener Fachrichtungen besteht ein wesentliches Anliegen darin, die jüdische Geschichte auch als integralen Bestandteil der Gesamtgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart zu betrachten.

Die bisherige Resonanz auf die Gründung der Gesellschaft ist außerordentlich positiv. Dies äußert sich nicht zuletzt in der Bereitschaft verschiedener Gesellschaften des Auslandes zu einer engeren Kooperation, womit sich für die angestrebte internationale Zusammenarbeit weitere günstige Perspektiven eröffnen. Sowohl die Zielsetzung der internationalen als auch der fächerübergreifenden Kooperation im Interesse einer intensivierten Erforschung der jüdischen Geschichte lassen sich auch an den Mitgliederzahlen und der Mitgliederzusammensetzung ablesen. Die über 150 in- und ausländischen Mitglieder der GEGJ repräsentieren ein von der Geschichte über Germanistik, Judaistik, Musikwissenschaft und Mathematik reichendes Fächerspektrum.

Entsprechend vielseitig sind die Aktivitäten der Gesellschaft, die angefangen bei der Koordination und Vorbereitung internationaler wissenschaftlicher Großveranstaltungen zur jüdischen Geschichte bis hin zur eigenständigen Organisation und Durchführung von Fachtagungen zu diesem Thema bislang hervorgetreten ist. So wurde im Auftrag unserer Gesellschaft, die auch enge Kontakte mit dem Verband der Historiker Deutschlands pflegt, auf dem Historikertag 1988 in Bamberg eine gut besuchte Sektion zur Geschichte der Juden abgehalten. Im Frühjahr 1990 fand in Hamburg eine Tagung zur Bildungsgeschichte der Juden statt, die den Bereich der Antike bis zur Neuzeit abdeckte. Auf dem Bochumer Historikertag 1990 war die GEGJ mit einer Sektion »Akkulturation und Identität: Deutsche Juden im Spannungsfeld der Modernisierungen« vertreten; auf dem Historikertag 1992 in Hannover dann mit einer Sektion zur Geschichte der Juden in der frühen Neuzeit. Im Jahre 1994 stand in der von der GEGJ organisierten Sektion auf dem Leipziger Historikertag das Thema »Die Aufklärung und ihre Folgen für das Judentum« im Mittelpunkt, auf dem Münchener Historikertag 1996 »Jüdische Gemeinden und ihre Umwelt im Imperium Romanum«. Vom 28.-30. Oktober 1994 fand in Stuttgart eine Tagung der GEGJ statt, die sich mit »Jüdischen Gemeinden und Organisationsformen von der Antike bis zur Gegenwart« befaßte. Im Oktober 1996 beschäftigte sich eine Tagung in Arnoldshain mit »Juden und Christen: Kommunikation und Konflikt in Mentalität, Religion, Politik und Kultur.« Im März 1999 fand an der Evangelischen Akademie Mülheim a.d. Ruhr die Tagung »Im Hause züchtig, draußen mächtig? Frauen und gender im aschkenaischen Judentum« statt. Im Publikationsorgan der GEGJ, den »Forschungen zur Geschichte der Juden, Abteilung A: Abhandlungen« sind mittlerweile bereits neun Bände erschienen; die Abteilung B: Quellen ist im Jahre 1996 mit dem dreibändigen Werk von Dietrich Andernacht, »Regesten zur Geschichte der Juden in der Reichsstadt Frankfurt am Main von 1401 – 1519« eröffnet worden (vgl. Publikationsverzeichnis). Ein besonderes Anliegen ist nach wie vor ein deutsch-israelisches Stipendienprogramm.

Die Gesellschaft zur Geschichte der Juden ist als eingetragener Verein organisiert und verfolgt nach Wortlaut der Satzung ausschließlich und unmittelbar wissenschaftliche Zwecke, ohne einen materiellen Gewinn zu verfolgen. Diese bestehen in der Förderung der Forschung über die Geschichte der Juden durch a) Anregung von und Beteiligung an Forschungsprojekten, b) die Veranstaltung von wissenschaftlichen Kolloquien, c) die Beteiligung an internationalen Veranstaltungen und Projekten zur Geschichte der Juden, und d) die Förderung von einschlägigen Publikationen.

Zu den Modalitäten der Aufnahme und weiteren Informationen ist die beigefügte Satzung zu vergleichen. Danach entscheidet die Mitgliederversammlung über die Neuaufnahme von Mitgliedern. Der Jahresbeitrag beträgt 10,– Euro und ist steuerlich abzugsfähig.

Auf der Mitgliederversammlung 2007 in Düsseldorf wurde ein neuer Vorstand der GEGJ gewählt. Der neue Vorstand besteht aus Prof. Dr. Robert Jütte (Stuttgart, 1. Vorsitzender), Prof. Dr. Birgit Klein (Heidelberg, 2. Vorsitzende) und Dr. Christoph Cluse (Trier, Schatzmeister). Dem Beirat gehören an Prof. Dr. J. Friedrich Battenberg (Darmstadt), Dr. Andreas Brämer (Hamburg), Prof. Dr. Helmut Castritius (Braunschweig), Prof. Dr. Hans Otto Horch (Aachen), Dr. Martha Keil (St. Pölten), Dr. Rotraud Ries (Herford) sowie Prof. Dr. Stefan Rohrbacher (Düsseldorf).

Am 3. Oktober 2008 hat die Mitgliederversammlung der GEGJ auf dem Dresdener Historikertag eine Satzungsänderung beschlossen. Der stark angewachsenen Mitgliederzahl der Gesellschaft wurde dadurch Rechnung getragen, dass die Beschlussfähigkeit der MV an ein kleineres Quorum (10% der eingetragenen Mitglieder) gebunden wurde.

Bei den Vorstandswahlen am 13. Februar 2011 wurde Prof. Dr. Sabine Ullmann (KU Eichstätt) zur neuen 1. Vorsitzenden, PD Dr. Andreas Brämer (Hamburg) zum 2. Vorsitzenden gewählt und Dr. Christoph Cluse (Trier) im Amt des Schatzmeisters bestätigt.

Comments are closed.