Würzburg: Vier Jahrzehnte Forschung

Februar 12th, 2020

Vier Jahrzehnte Forschung zur jüdischen Geschichte – die erste Generation im Gespräch

Mit Roland Flade, Karen Heußer, Cornelia Mence und Leonard Scherg. Moderation: Rotraud Ries

Michael Schneeberger gehörte zu den Menschen in Unterfranken, die vor etwa 40 Jahren damit begannen, sich intensiv mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Region zu beschäftigen. Ihm widmet das Johanna-Stahl-Zentrum derzeit die Ausstellung »Der Spurenfinder – Michael Schneeberger und das jüdische Erbe in Bayern«, die noch bis zum 19. April gezeigt wird.

Zeitgleich mit ihm starteten auch andere Männer und Frauen, Wissenschaftler und Heimatforscher ihre Forschungen. Ihr Antrieb waren die vergessenen Spuren der reichen jüdischen Geschichte der Region sowie das Bedürfnis, an die vertriebenen oder ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger eines Ortes oder einer Region zu erinnern. Sie haben die Grundlagen gelegt für die heutige Erinnerungskultur und haben vielfach daszu beigetragen, den jüdischen Anteil der fränkischen Geschichte ins öffentliche Bewusstsein zu tragen und dort zu halten. Darüber hinaus sind ihnen Initiativen zur Rettung ehemaliger Synagogen und zur Einrichtung von Gedenkstätten zu danken.

Vier erfahrene Forscherinnen und Forscher werden im Gespräch mit der Leiterin des Johanna-Stahl-Zentrums für jüdische Geschichte über die Anfänge und ihre Motivation ihrer meist ehrenamtlichen Arbeit berichten.

Ort und Zeit: Donnerstag, 13. Februar 2020, 19:30 Uhr, David Schuster Saal, Shalom Europa Würzburg.

Rotraud Ries

Forum – Tagungsprogramm

Dezember 9th, 2019

Diversität statt Urbanität – Orte jüdischen Lebens zwischen Zentren und Peripherie (15. bis 19. Jahrhundert)

2019 tagte das Forum zu dem bislang systematisch wenig beachteten Thema „Die Stadt als Ort jüdischen Lebens in der Frühen Neuzeit“. Die Vorträge stellten neue Ergebnisse zu städtischen Großgemeinden wie Frankfurt a.M. und Worms, zu den Sonderfällen des Marktes Fürth und der Reichstagsstadt Regensburg sowie zu landesherrlichen Residenz- und Kleinstädten vor, geographisch konzentriert auf den süddeutsch-österreichischen Raum.

Schnell wurde deutlich, dass dies nur ein Anfang sein konnte. Denn auch außerhalb dieses „klassischen“, quantitativ zweifellos bedeutsamen Siedlungsraums zeigt sich, dass das gängige Paradigma vom Landjudentum als zentraler Lebensform nach dem Mittelalter relativiert und differenziert werden muss.

So liegt dem Titel der Tagung 2020 die These zugrunde, dass die Stadt als Ort jüdischen Lebens nicht einfach durch ländliche Siedlungsformen abgelöst wurde, sondern dass einer allein auf städtische Zentren orientierten jüdischen Lebensform des Mittelalters eine große Diversität folgte. Diese Vielfalt jüdischer Lebens- und Organisationsformen an diversen Standorten zwischen Dorf und Metropole und die Ablösung religiös-kultischer Zentren von örtlicher Urbanität und Zentralität möchten wir beleuchten. Und dabei danach fragen, welche Bedeutung die Lebensumstände in den jeweiligen Orten für die jüdische Bevölkerung und ihre Kultur hatten.

Das Tagungsprogramm mit den Anmeldungsinformationen finden Sie hier.

Forum – neue Tagungsberichte

Oktober 28th, 2019

Die Berichte über die 19. und die 20. Arbeitstagung des »Forums Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit« (2018 und 2019) sind jetzt online auf www.forum-juedische-geschichte.de zu finden. Wir weisen bei dieser Gelegenheit nochmals auf den Call for Papers zur kommenden 21. Arbeitstagung hin.

Red.

Jüdische Friedhöfe in Bayern

Oktober 28th, 2019

Stellenausschreibung

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Judaistin/Judaisten oder Historikerin/Historiker mit Schwerpunkt jüdiche Geschichte (m/w/d).

Den Text der Ausschreibung finden Sie hier.

red.

Call for Papers: Forum 2020

Oktober 7th, 2019

Diversität statt Urbanität: Orte jüdischen Lebens zwischen Zentren und Peripherie (15. bis 19. Jahrhundert)

Forum jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit, 7. –9. Februar 2020, Stuttgart-Hohenheim

Die klassische Meistererzählung zur Geschichte des aschkenasischen Judentums in Mitteleuropa nach den Vertreibungen aus den Städten besagt, dass einer Zeit relativer Blüte im Mittelalter eine Epoche des Niedergangs folgte. Die mittelalterliche Ära eines urbanen Judentums sei durch die Zeit des Landjudentums abgelöst worden. Nur wenige große städtische Gemeinden wie Frankfurt a.M. und Prag galten als Ausnahmen von dieser „Regel“. Eine jüdische Neuzeit sei erst in der Zeit der Aufklärung und des beginnenden Emanzipationsdiskurses im 18. Jahrhundert angebrochen.

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Erinnerung an Prof. Dr. Helmut Castritius

Oktober 1st, 2019

von J. Friedrich Battenberg

Am 23. September 2019 wurde unser Gründungsmitglied Prof. Dr. Helmut Castritius, der am 12. September nach kurzer, aber schwerer Krankheit starb, nach einem bewegenden Trauergottesdienst und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sowie von zahlreichen Kollegen und Freunden im alten Friedhof zu Darmstadt-Arheilgen zur letzten Ruhe geleitet.

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Nachwuchsworkshop Bamberg (27.–29. Juli 2020)

März 15th, 2019

Das Begriffspaar ‚Tradition‘ und ‚Moderne‘ prägt unser Bild von jüdischer Geschichte und Kultur bis heute. Der Dualismus „Land = Stagnation“ und „Stadt = Fortentwicklung“ ist ein in der Wissenschaft gängiges Muster, das es zu hinterfragen gilt. Das Verhältnis von Stadt und Land wurde zumeist als Einbahnstraße oder als Entweder-Oder, Stadt oder Land, betrachtet. Dabei stellt sich die Frage, ob eine solche Dichotomie weiterhin haltbar ist. Was passierte in den Zwischenräumen und Bewegungen in beide Richtungen? Welche Verbindungen und Transfers von Personen, Texten, Objekten, Ideen und Institutionen gab es, die die Kategorien „Land“ und „Stadt“ destabilisieren

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Ehrendoktorwürde für Robert Jütte

Januar 11th, 2019

Am 9. Dezember 2018 erhielt Prof. Dr. Robert Jütte, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung und langjähriges Mitglied der GEGJ, den Doctor of Hebrew Letters honoris causa vom Spertus Institute for Jewish Learning and Leadership, dem früheren Jewish College of Chicago.

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German Israeli Archival Exchange Colloquium

Dezember 11th, 2018

Erfreulicherweise konnte das Institut für die Geschichte der deutschen Juden Mittel einwerben, die es ermöglichen, ein drittes German Israeli Archival Exchange Colloquium (GIAEC) stattfinden zu lassen. In Zusammenarbeit mit der Tel Aviv University wird so das IGdJ ein GIAEC abhalten, welches sich an Doktoranden richtet, die noch nicht so gut mit der Archivlandschaft in Deutschland und Israel vertraut sind, dies aber für die jeweiligen Forschungsprojekte wichtig wäre. Das GIAEC bietet den Doktoranden an, eine Woche durch Deutschland (2019) und eine Woche durch Israel (2020) gemeinsam zu reisen. Dabei werden Thema und Quellenlage diskutiert und verschiedene Archive aufgesucht und damit auch Archivbestände erschlossen und z.T. durchgeschaut. Das Format verbindet also Elemente eines klassischen Doktorandenworkshops und eines Archivseminars.

Den Call for Applications finden Sie hier. Bewerbungsschluss ist der 15. Januar 2019.

Björn Siegel, Hamburg

Historikertag 2018: Bericht über die Sektion der GEGJ

Dezember 11th, 2018

Der Sektionsbericht, verfasst von Amelie Sagasser und Mareike Hartmann, ist nun online.

CC