Archive for the ‘Aktuelles’ Category

CfP Interdisziplinäres Forum „Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit“

Montag, Oktober 1st, 2018

20. Arbeitstagung, 8.–10. Februar 2019, Stuttgart-Hohenheim

Die Stadt als Ort jüdischen Lebens in der Frühen Neuzeit

Die zahlreichen Vertreibungen bzw. Ausweisungen aus den deutschen Städten am Ende des Mittelalters und die starke Verbreitung des Landjudentums in Süddeutschland in der Folgezeit verleiten nur zu oft zu der Annahme, dass sich jüdisches Leben seitdem vorwiegend im ländlichen Raum abgespielt habe. Dabei lebte ein nicht unerheblicher Teil der Juden im Alten Reich auch während der Frühen Neuzeit in Städten.

Wie sich die Siedlungssituation der Juden nach der Krise des Spätmittelalters neu gestaltete und ausdifferenzierte und unter welchen Bedingungen noch oder wieder Juden in Städten wohnen konnten, möchte die Tagung des Forums 2019 thematisieren. Zugleich sollen die aus dieser Entwicklung resultierenden Lebensformen unter dem Oberbegriff »Leben in der frühneuzeitlichen Stadt« vergleichend in den Blick genommen werden. Dies ist gerade auch in der Stadtgeschichtsforschung zwar immer wieder als Desiderat erkannt, aber – abgesehen von Studien zu einzelnen Städten – bisher kaum untersucht worden.

Das frühneuzeitliche Spektrum der von Juden bewohnten Städte reichte von Metropolen wie Frankfurt und Prag sowie großen Handels- und Hafenstädten wie Amsterdam oder Hamburg über wenige kleinere Reichsstädte mit einer starken und kontinuierlichen jüdischen Ansiedlung (Friedberg, Worms) und fürstliche Residenzstädte verschiedenster Größenordnung bis hin zu mittleren und kleinen Landstädten. Letztere unterschieden sich in ihrer Lebensrealität oft kaum von ihrer ländlichen Umgebung. Systematisch noch kaum beachtet wurden schließlich die zahlreichen »Ausweichorte«, jüdische Ansiedlungen vor den Toren von Städten wie z.B. Köln (Deutz), Nürnberg (Fürth) oder Krakau (Kazimierz), in denen selbst keine jüdische Bevölkerung geduldet wurde. Nicht nur die Frage nach der Anwesenheit von Juden in einer Stadt ist damit von Belang, sondern genauso die nach ihrer Abwesenheit bzw. den Folgen derselben für die Umgebung der Stadt bis hin zu ganzen Systemen von »Ersatzsiedlungen« rings um eine Stadt und deren Bedeutung für die Juden.

Zur Charakteristik städtischer jüdischer Siedlung in der Frühen Neuzeit gehört ihre Rolle als Orte jüdischer Bildung, Gelehrsamkeit und Gerichtsbarkeit. Die räumliche, soziale und ökonomische Struktur in der Stadt war ungleich differenzierter als auf dem Land. Es bestand eine komplexe Gemengelage jüdischer und nichtjüdischer Räume. Die alltägliche Lebenswelt wurde bestimmt von Nachbarschaft und Konkurrenz sowohl innerhalb der Gemeinde als auch zur christlichen Umgebung und zu anderen jüdischen Gemeinden.

Wir laden alle zum Thema Forschenden ein, sich mit Beiträgen von maximal 25 Minuten, mit »Werkstattberichten« aus laufenden Forschungsprojekten und Dissertationsvorhaben an der Tagung des »Forums« zu beteiligen. Willkommen sind Beiträge, die Formen und Relevanz eines städtisch geprägten Judentums beleuchten: von juristischen Themen wie z.B. einem jüdischen Bürgerrecht im 15./16. Jahrhundert über Wirtschaftsgeschichte und Stadtplanung bis hin zu eher judaistisch ausgerichteten Vorträgen zur Gemeindeorganisation, Gelehrsamkeit oder gar Liturgie.

Neben Fallstudien zu den verschiedenen Facetten jüdischen Lebens in der Stadt der Frühen Neuzeit sind besonders auch Beiträge willkommen, die das Thema vergleichend bzw. systematisierend in den Blick nehmen. Beispielhaft seien einige Themenbereiche genannt:

  • Stadt vs. Land: Was charakterisierte städtisches, was ländliches Judentum – oder: wo endete das Land, wo begann die Stadt?
  • Städtische Gemeindetypologien: Wie und unter welchen rechtlichen, wirtschaftlichen und herrschaftlichen Rahmenbedingungen gestaltete sich die jüdische Wieder- bzw. Neuansiedlung in Städten seit dem 16. Jahrhundert? In welchen Regionen und unter welchen herrschaftlichen Konstellationen lebten Juden in städtischen Siedlungen in der Frühen Neuzeit? Welche Gemeindetypen entstanden in diesen Kontexten?
  • Welchen Einfluss hatten die großen Entwicklungen der Epoche wie Territorialisierung, Konfessionalisierung, Merkantilismus oder Aufklärung auf das jüdische Leben in der Stadt, welche lokale und regionale Ereignisse?
  • Wie gestalteten sich wirtschaftliche und soziale Beziehungen sowie Machtkonstellationen innerhalb der jüdischen Stadtgesellschaft, zwischen jüdischer und christlicher Einwohnerschaft und zwischen Juden und Obrigkeit
  • Welche jüdischen, christlichen und jüdisch/christlichen Orte und Raumstrukturen lassen sich in der Stadt unterscheiden?
  • Ist „städtische“ Judenfeindschaft ein eigenes Phänomen? Gibt es Vertreibungen auch aus frühneuzeitlichen Städten?
  • Inwieweit konnten jüdische Gemeinden an alte städtische Traditionen und Institutionen (z.B. Friedhofsnutzung) anknüpfen, wie Zentralitätsfunktionen ausbilden? Waren städtische Gemeinden wie im Mittelalter immer auch jüdische Zentralorte?
  • Welche überregionalen Netzwerke von Familien oder Gemeinden lassen sich beobachten?
  • Finden sich Lob und Kritik an der Stadt in der zeitgenössischen jüdischen Kultur?
  • Wurden innerjüdische Entwicklungen wie messianische und chassidische Strömungen oder die Haskala in der Stadt anders rezipiert und gelebt als auf dem Land?

Das seit 2000 bestehende »Interdisziplinäre Forum jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit« dient dem Austausch von HistorikerInnen, JudaistInnen und allen, die sich wissenschaftlich mit Aspekten jüdischer Geschichte und Kultur vom späten Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert beschäftigen. Mit seiner 20. Arbeitstagung wendet es sich einem Thema zu, das in besonderem Maße geeignet erscheint, diesem Jubiläum gerecht zu werden. Denn es geht darum, ein Kernthema jüdischer Existenz unter den gegebenen äußeren Rahmenbedingungen dieser Epoche in den Blick zu nehmen.

Die Arbeitstagung findet von Freitagabend bis Sonntagmittag, 8.-10. Februar 2019, in Kooperation mit dem Referat Geschichte der Katholischen Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Tagungszentrum Hohenheim statt. Die Vorbereitung haben Rahel Blum (Frankfurt a. M.), Ulrich Hausmann (Mainz/Wien), Ursula Reuter (Köln), Wolfgang Treue (Duisburg-Essen) und Rotraud Ries (Würzburg) übernommen. Wie bei Arbeitskreisen üblich, tragen die Teilnehmenden, auch Referentinnen und Referenten, ihre Kosten selbst. In Einzelfällen ist ein Zuschuss durch die Akademie oder die GEGJ möglich.

Bitte senden Sie Ihren Themenvorschlag mit einer Kurzbeschreibung des Projekts bzw. des geplanten Vortrags bis zum 25. Oktober 2018 an Ursula Reuter oder Wolfgang Treue unter tagung_2019@forum-juedische-geschichte.de.

Reinhard Rürup (1934-2018)

Mittwoch, April 11th, 2018

Mit Bestürzung haben wir die Nachricht aufgenommen, dass unser langjähriges Vereinsmitglied Prof. Dr. Reinhar Rürup verstorben ist. Stefanie Schüler-Springorum hat ihm in der F.A.Z. einen Nachruf gewidmet:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ausser-konkurrenz-zum-tod-von-reinhard-ruerup-15534187.html

Im Berliner Tagesspiegel erschien der Nachruf von Wolfgang Benz:

https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-des-historikers-reinhard-ruerup-topograph-des-terrors/21151478.html

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Konferenz über Johann Jakob Schudts „Jüdische Merckwürdigkeiten“

Freitag, Mai 9th, 2014

Das Seminar für Judaistik der J.W. Goethe-Universität und dasArye Maimon-Institut für Geschichte der Juden der Universität Trier in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main

laden ein zu einer Internationalen Konferenz:

Frankfurt’s »Jewish Notabilia«: Ethnographic Views of Urban Jewry in Central Europe around 1700

23.–25. Juni 2014,

J.W. Goethe-Universität Frankfurt a. M.
Campus Westend, Casino I.801

Die Tagung markiert den 300. Jahrestag eines epochalen literarischen Ereignisses: 1714 erschienen die drei ersten Bände der Jüdische(n) Merckwürdigkeiten des Frankfurter Privatgelehrten und Gymnasiallehrers (später Rektors) Johann Jakob Schudt (1664–1722). Schudt hatte den großen Brand in der Judengasse von 1711 zum Anlass genommen, eine ausführliche Beschreibung der Geschichte und des Lebens der Frankfurter Juden vorzulegen, eingebettet in eine Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Mit seinem Werk liegt eine exzeptionell reiche ethnographische Quelle für die Geschichte und Kultur des europäischen Judentums um 1700 vor, die bis in die Moderne hinein einen nachhaltigen Einfluss auf die Wahrnehmung von Juden und Judentum in der christlichen Mehrheitsgesellschaft gehabt hat. Mit einer Kabinettausstellung erinnert das Jüdische Museum Frankfurt an Schudts Werk. Die Tagung wird gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung.

Im Rahmen der Konferenz findet am Montag, 23. Juni, um 18 Uhr im Museum Judengasse (Dependance des Jüdischen Museums, Kurt-Schumacher-Straße 10) ein öffentlicher Vortrag von Naomi Feuchtwanger-Sarig (Tel Aviv): statt:

»Was Schudt sah, schrieb und wusste: Johann Jakob Schudts Beschreibungen jüdischer Rituale, Bräuche und materieller Kultur«

Anschließend wird die Kabinettausstellung des Jüdischen Museums zum Thema eröffnet.

Ein aktualisiertes Programm finden Sie hier. Information und Anmeldung: jewishstudies@uni-frankfurt.de (Tel. (069) 798 22677).

CC

Ehrendoktorwürde für Professor Haverkamp

Sonntag, Juni 19th, 2011

Jerusalem, 19. Juni 2011.

Im Rahmen ihrer feierlichen Versammlung am  Ende des akademischen Jahres hat die Hebräische Universität Jerusalem  dem Trierer Hochschullehrer Prof. (em.) Dr. Alfred Haverkamp die  Ehrendoktorwürde verliehen.

Wie der Dekan der geisteswissenschaftlichen  Fakultät, Professor Reuven Amitai, in seiner Laudatio hervorhob, habe  Haverkamp „die Historiographie der Juden in Europa zwischen dem 9. und  17. Jahrhundert neu definiert und die jüdische Geschichte zu einem  integralen Bestandteil der deutschen und europäischen Geschichte gemacht.“

Professor Haverkamp, der von 1970 bis 2005 den Lehrstuhl für  mittelalterliche Geschichte an der Trierer Universität innehatte,  befasst sich seit vier Jahrzehnten mit der Geschichte der Juden und ist Gründungsdirektor des Arye Maimon-Instituts für Geschichte der Juden  (seit 1996), an dem er noch heute tätig ist. 1986 gehörte er zu den Gründern der GEGJ e.V., als deren Vorsitzender er lange Jahre fungierte.

Die 1925 gegründete Hebräische Universität Jerusalem gehört heute zu den  angesehensten Universitäten der Welt. Die Ehrendoktorwürde verlieh die  Universität in diesem Jahr an insgesamt zehn Personen, von denen vier  aus Deutschland kommen – unter ihnen die Bundesministerin für Bildung  und Forschung, Frau Prof. Dr. Annette Schavan.

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Alltags- und Profankultur in illuminierten hebräischen Handschriften

Freitag, September 24th, 2010

Das Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden der Universität Trier lädt ein zum

13. Arye Maimon-Vortrag an der Universität Trier am
Mittwoch, 3. November 2010, 18 h, Hörsaal 10

Dr. Sarit Shalev-Eyni
(Hebräische Universität Jerusalem)
spricht über

Alltags- und Profankultur in illuminierten hebräischen Handschriften des Mittelalters

Beispiele aus dem mittelalterlichen Reich (14.–15. Jahrhundert)

Die Produktion illuminierter hebräischer Handschriften erlebte in den städtischen Zentren Süd- und Mitteldeutschlands sowie der Rheinlande vom 13. bis 15. Jahrhundert eine Blütezeit. Sie wurden für religiöse Zwecke geschaffen, und doch sind sie auch wichtige Zeugnisse für die Alltags- und Profankultur.

Wenn der jüdische Kopist den Text vollendet hatte, wurden einige dieser Handschriften zur Ausmalung den Werkstätten vor Ort überantwortet. Diese standen auch jüdischen Auftraggebern offen, sofern sie vermögend genug waren, sich illuminierte Bücher anfertigen zu lassen. In der Werkstatt wurden die hebräischen Manuskripte von christlichen Künstlern ausgemalt, die natürlich von dem jüdischen Auftraggeber oder Schreiber sorgfältig instruiert werden mussten. Im Zuge der praktischen Arbeit wurden diese Ateliers zu Stätten der Begegnung zwischen Juden und Christen, die zusammen wirken mussten, um eine illuminierte hebräische Handschrift zu vollenden.

Manuskripte und ihre Illuminationen stellen visuelle Dokumente dar, die die Textquellen der Zeit ergänzen. Ihre Untersuchung gewährt uns einen Blick auf Leben und Lebensstil der in Städten lebenden Auftraggeber, bei denen es sich um eher vermögende Juden gehandelt hat. Sie wirft zudem ein neues Licht auf die vielfältigen Beziehungen zwischen jüdischen und christlichen Gruppen in den städtischen Gesellschaften des Mittelalters.

Der Vortrag konzentriert sich auf die jüdische Teilhabe an der weltlichen Alltagskultur, wie sie in den Handschriften dokumentiert ist. Da die Profankultur häufig frei war von den Antagonismen zwischen Judentum und Christentum, hatte sie einen besonderen und für uns überraschenden Einfluss auf die jüdische Handschriftenkunst und jüdische Kultur insgesamt, vor wie nach der Katastrophe der Judenverfolgungen zur Zeit des „Schwarzen Todes“ (1348–50).

Der reich bebilderte Vortrag findet in englischer Sprache statt. Im Anschluss lädt das Arye Maimon-Institut zu einem Umtrunk ein.

12. Arye Maimon-Vortrag, Universität Trier

Dienstag, September 1st, 2009

Das Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden der Universität Trier lädt ein zum 12. Arye Maimon-Vortrag:

Prof. Dr. Sarah Stroumsa

(Rektorin, The Hebrew University of Jerusalem)

spricht über das Thema

Al-Andalus und Sefarad: Über Gelehrte und ihre Bibliotheken im muslimischen Spanien

Ort und Zeit: Montag, 5. Oktober 2009, 18 Uhr, Hörsaal 10, Universität Trier. Gäste sind herzlich willkommen.

Sarah Stroumsa, geboren 1950, ist »Alice and Jack Ormut Professor of Arabic Studies« an der Hebräischen Universität Jerusalem und gilt als weltweit führende Kennerin der jüdischen Philosophie- und Geistesge­schichte im arabischen Kulturkreis. Sie promovierte 1984 in Jerusalem mit einer Arbeit über den Gelehrten Dawud ibn Marwan al-Muqammis (erste Hälfte 9. Jh.) und hat seitdem zahlreiche wissenschaftliche Bei­träge zur judäo-arabischen Philosophie, Theologie und Literatur vorge­legt. Seit 1984 ist Frau Stroumsa am »Department of Arabic Language and Literature« der Hebräischen Universität tätig, wo sie 1999 eine Pro­fessur erhielt. Zurzeit versieht sie zudem das Amt der Rektorin ihrer Universität.

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Die GEGJ auf dem World Congress of Jewish Studies

Donnerstag, Juli 16th, 2009

Der »Weltkongress für jüdische Studien« in Jerusalem stellt – neben der jähr­lichen Konferenz der amerikanischen »Association of Jewish Studies (AJS)« – die weltweit führende Institution des wissenschaftlichen Austauschs über Themen der jüdischen Religion, Geschichte und Kultur dar. Er findet alle vier Jahre statt.

Die Durchsicht des vorläufigen Programms für den 15. World Congress of Jewish Studies, der vom 2. bis 6. August stattfindet, bringt eine erfreulich hohe Beteiligung von Mitgliedern unseres Vereins zutage. Dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Teilnahme ja nicht auf Einladung erfolgt und mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. Vertreten sind dort, in alphabetischer Reihenfolge:

Marion Aptroot (Vortrag in Sektion 451, Leitung der Sektion 454)
Rainer Barzen (Vortrag in Sektion 706)
Andreas Brämer (Vortrag in Sektion 237)
Alfred Haverkamp (Leitung der Sektion 706, mit Vortrag)
Johannes E. Heil (Vortrag in Sektion 219, Leitung der Sektion 216)
Elisabeth Hollender (Vortrag in Sektion 704)
Martha Keil (Leitung der Sektion 224, mit eigenem Vortrag)
Birgit E. Klein (Vortrag in Sektion 242, Leitung der Sektion 219)
Benjamin Laqua (Vortrag in Sektion 706)
Andreas Lehnardt (Leitung der Sektion 703, Vortrag in Sektion 704)
Jörg Müller (Vortrag in Sektion 706)
Lucia Raspe (Vortrag in Sektion 433)
Rotraud Ries (Vortrag in Sektion 219)
Barbara Staudinger (Vortrag in Sektion 224)
Michael Studemund-Halevy (Leitung der Sektion 468)
Erika Timm (Vortrag in Sektion 451)
Markus J. Wenninger (Vortrag in Sektion 216)
Israel J. Yuval (Leitung der Sektion 203, Vortrag in Sektion 252)

Damit stellen Mitglieder der GEGJ e.V. weit mehr als die Hälfte der Mitwirkenden aus dem deutschsprachigen Raum.

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Tagung: Frühneuzeitliche Ghettos in Europa

Montag, Mai 11th, 2009

Eine internationale Tagung zum Thema

Frühneuzeitliche Ghettos in Europa: Ein Vergleich
Early Modern Ghettoes: A Comparative Approach

gemeinsam organisiert vom Jüdischen Museum Frankfurt und von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, findet vom 7 bis 9.  Juni 2009 in Frankfurt am Main statt.

Die Topographie jüdischer Siedlungen hat schon früh das Interesse der Forschung auf sich gezogen. Die Form und die Lage der jüdischen Wohnbezirke, die Abgrenzung zu der christlichen Nachbarschaft, die Gestalt und die Entwicklung kommunikativer Räume eröffnen Zugänge zu grundlegenden Fragen jüdischer Existenz in Europa. Die Untersuchung eines „jüdischen Raumes“ erfordert aber die Überwindung der in den jüdischen Studien in der Regel getrennt untersuchten Bereiche. „Siedlungsformen reflektieren sowohl den inneren Diskurs über Fragen der Spiritualität, des Denkens und Glaubens wie Themen der äußeren Narrative, also der Beziehungen von Juden und jüdischen Gemeinden zur nicht-jüdischen Welt.“ Die Frage nach dem „Raum“ jüdischen Lebens berührt sich daher auch mit dem „spatial turn“ in den Kulturwissenschaften, der für die jüdische Geschichte der Frühen Neuzeit bislang noch nicht fruchtbar gemacht werden konnte.

Nähere Informationen können Sie dem Tagungsprogramm entnehmen: Tagungsprogramm Frankfurt

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Historikertag 2010 – Bitte um Vorschläge

Dienstag, April 21st, 2009

Liebe Mitglieder der GEGJ e.V.,

unsere Gesellschaft soll auch auf dem nächsten Historikertag, der 2010 in Berlin stattfindet, wieder mit einer Sektion vertreten sein. Auf dem Historikertag findet darüber hinaus auch die nächste ordentliche Mitgliederversammlung statt.

Vor einer Woche hat der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands einen Aufruf zur Einreichung von Sektionsvorschlägen veröffentlicht.

Das Generalthema des Historikertags lautet: Über Grenzen.

Der Vorstand bittet Sie, bis zum 30. Juni entsprechende Vorschläge für eine Sektion der GEGJ per E-Mail an den Vorsitzenden der GEGJ, Herrn Prof. Dr. Robert Jütte zu richten. Abstracts sind zunächst nicht erforderlich, wenngleich eine kurze Begründung sinnvoll erscheint. Auf der Grundlage Ihrer Anregungen wird der erweiterte Vorstand der GEGJ bis zum Oktober 2009 einen Sektionsvorschlag ausarbeiten und beim VHD einreichen.

Mit herzlichen Grüßen
Christoph Cluse, Robert Jütte & Birgit Klein

Workshop: Kunst als Wirkung des Göttlichen

Montag, Januar 19th, 2009

Unter dem Thema

Kunst als Wirkung des Göttlichen – Der Moses des Michelangelo und die Juden Roms

findet am 4./5. Februar 2009 an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg (HfJS) ein Workshop statt, veranstaltet von den Lehrstühlen Jüdische Kunst und Geschichte des jüdischen Volkes der HfJS in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Gerd Blum/Institut für Kunstgeschichte (IEK) am Zentrum für Europäische Geschichts- und Kulturwissenschaften (ZEGK) der Universität Heidelberg und der Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden (GEGJ) e.V.

Der interdisziplinäre Workshop fragt nach Wirkung und Intention der Mosesstatue des Michelangelo, aufgestellt 1545 am Grabmal von Papst Julius II. in S. Pietro in Vincoli in Rom, und wird sie aus kunsthistorischer wie kulturgeschichtlicher Perspektive betrachten.
Ausgangspunkt ist die Bemerkung Giorgio Vasaris, der der Mosesstatue des Michelangelo eine außerordentliche Wirkung fast eines göttlichen Werkes nachsagt, die sogar soweit gehe, dass sie von Juden verehrt werde: „Und die Juden, Männer wie Frauen, mögen nur fort und fort, wie es bis jetzt geschehen ist, jeden Samstag in Scharen wie die Stare ihn besuchen und ihn verehren, denn sie verehren nicht ein menschliches sondern ein göttliches Werk.“ (VaK, V, 292)

Vasaris Bemerkung ist bis heute in der Forschung umstritten, denn bislang wurde weder genauer untersucht, ob und in welchem Ausmaß Juden Zutritt zu Kirchen in Rom hatten, noch ob die Juden Roms in der Mitte des 16. Jahrhunderts überhaupt Interesse an religiöser Kunst hatten, da sie in zunehmendem Maß Übergriffen seitens der Kirche ausgesetzt waren.
Ausgehend von Impulsreferaten wird daher im Workshop nicht nur die Haltung der jüdischen Gemeinde Roms zur Kunst insbesondere der Renaissance diskutiert, sondern auch die Frage, ob und in welcher Form die Mosesstatue auf die religiösen Strömungen ihrer Zeit reagiert, zumal sie nach den neuesten restauratorischen Beobachtungen zwischen 1542 und 1545 erheblich umgestaltet worden sein muss. Ebenso werden die Bedingungen für kulturelle und religiöse Begegnungen von Juden und Christen und die Haltung der Kirche zu Juden in der Renaissance erörtert.

Der Workshop steht allen interessierten Studierenden und Dozenten der HfJS, der Universität Heidelberg und anderer Universitäten offen. Auswärtige Studierende können gegen Erstattung der Reise- und Übernachtungskosten (möglichst mit einem Kurzbeitrag) am Workshop teilnehmen, wenn sie sich bis zum 23. Januar 2009 qualifiziert bewerben, d. h. eine Seminararbeit zum Themenbereich im weiteren Sinne insbes. aus den Fächern Geschichte, Kunstgeschichte oder Jüdische Studien einsenden. Die Entscheidung wird umgehend mitgeteilt.

Impulsreferate:

Dr. Rotraud Ries (Berlin/ Herford):
Kirchenbesuche von Juden in der Frühen Neuzeit

Prof. Birgit Klein (Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg)
Juden in Rom und Italien im 16. Jahrhundert

Samuela Marconcini (Florenz):
The „Casa dei catecumeni“ in Florence vs. the „Casa dei catecumeni“ in Rome

Benedikt Fahrnschorn (ZEGK Heidelberg):
Einführung in die Forschungssituation zum Moses des Michelangelo

Caroline Gabbert (Frankfurt/Main):
Zur Vita des Michelangelo von Vasari

Prof. Gerd Blum (ZEGK Heidelberg):
Die Wahrnehmungsperspektiven der Mosesstatue

Prof. Annette Weber (Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg)
Fragen zur Textumsetzung: Michelangelos Mosesikonographie im Vergleich zu biblischen Quellen

Bewerbungen und Anmeldungen bis zum 19. Januar 2009 an:
Prof. Dr. Birgit Klein oder Prof. Dr. Annette Weber
Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg
Friedrichstr. 9
69117 Heidelberg

birgit.klein@hfjs.eu oder annette.weber@hfjs.eu