Archive for the ‘Aktuelles’ Category

SchUM ist Welterbe!

Dienstag, Juli 27th, 2021

In seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou hat das Welterbe-Komitee der UNESCO am heutigen Mittwoch entschieden, die „SchUM-Stätten von Speyer, Worms und Mainz“ in die Liste der Welterbe-Stätten einzuschreiben. Hierzu gehören die mittelalterlichen Synagogenbezirke von Speyer und Worms sowie die alten jüdischen Friedhöfe von Mainz und Worms.

Die Abkürzung „SchUM“ geht auf die jüdischen Namen von Speyer, Worms und Mainz zurück. Die jüdischen Gemeinden dieser Städte gehörten zu den ältesten nördlich der Alpen und bildeten im Mittelalter einen Bund, der in gemeinsamen Statuten, den „Takkanot SchUM“, Ausdruck fand.

Das Welterbe-Komitee folgt mit seiner Entscheidung der Nominierung durch das Land Rheinland-Pfalz. Insbesondere wird anerkannt, dass die Ensembles von jüdischen Gemeindezentren und Friedhöfen seit dem 11. Jahrhundert die religiöse Architektur und Bestattungskultur der jüdischen Diaspora Mitteleuropas maßgeblich beeinflusst haben. Sie werden gewürdigt als einzigartige Zeugnisse für die Ausbildung der jüdischen Kultur und Identität in Europa und als Orte, die mit wesentlichen kulturellen Leistungen des sog. aschkenasischen (mitteleuropäischen) Judentums verbunden sind. Das Komitee erkennt die Integrität und Authentizität der Stätten ausdrücklich an und würdigt die bereits getroffenen und geplanten Vorkehrungen für deren Schutz und Pflege.

Mit dem 1997 gegründeten Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden (AMIGJ) war die Universität Trier an der Erarbeitung des Welterbe-Antrags durch das Land beteiligt. Zur Arbeitsgruppe des Landes unter Leitung von Dr. Stefanie Hahn (jetzt Innenministerium) gehörten außerdem Vertreterinnen und Vertreter der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), des Instituts für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg (IEK) sowie des Vereins „SchUM-Städte e.V.“, der in Abstimmung mit den beteiligten Städten und den jüdischen Gemeinden nun für das Management der Welterbe-Stätten zuständig ist.

Das Nominierungsdossier des Landes (in englischer Sprache) online einsehbar. Weitere Informationen: https://schumstaedte.de/unesco/schum-als-welterbe/

Zur Pressemitteilung des Landes Rheinland-Pfalz: https://mdi.rlp.de/de/service/pressemitteilungen/detail/news/News/detail/schum-staetten-sind-erstes-juedisches-unesco-welterbe-deutschlands/?no_cache=1&cHash=4ca79bb499f26858fa52f5bc1abd15b7

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Alfred Haverkamp (1937–2021)

Mittwoch, Juli 7th, 2021

Die GEGJ trauert um

Prof. Dr. phil. Dr. h.c. (HUJI)

Alfred Haverkamp ז“ל

* 16. 5. 1937, Holdorf – † 16. 5. 2021, Trier

Alfred Haverkamp war seit der Gründung der Universität Trier Professor für mittelalterliche Geschichte. In dieser Funktion hat er in Lehre und Forschung sowie in der akademischen Selbstverwaltung tatkräftig zum Aufbau der jungen Universität und des Faches beigetragen. Mehr als 50 Doktorandinnen und Doktoranden wurden von ihm betreut. Das von ihm 1996 begründete Arye Maimon-Institut genießt internationalen Ruf.

Seit den 1970er Jahren hat Professor Haverkamp zielstrebig einen Forschungsschwerpunkt zur jüdi­schen Geschichte in Deutschland und Europa entwickelt. Dabei sah er sich stets als Wissenschaftler in gesellschaftlicher Verantwortung. Klar erkannte er, dass das Unwissen über die jüdische Geschichte und ihre systematische Vernachlässigung in der deutsch-nationalen Geschichtsschreibung zur Katastrophe der Shoah beigetragen haben. Angesichts der Zerschlagung der deutschsprachigen Wissenschaft des Judentums durch die Nationalsozialisten bemühte er sich deshalb um den Dialog mit jüdischen Gelehrten deutscher Herkunft in Israel, unter denen der ehemals Breslauer Historiker Dr. Arye Maimon (Herbert Fischer, 1903–1988) eine Schlüsselrolle einnahm. Auf der Basis dieses partnerschaftlichen und erfolgreichen Dialogs konnte 1996 an der Universität Trier das Arye Maimon-Institut ins Leben gerufen werden.

Die Gründung der Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden e. V. auf dem Bamberger Historikertag 1987 geht auf die Initiative Haverkamps zurück. Über viele Jahre war er Vorsitzender der GEGJ.

Zum plötzlichen Tod von Alfred Haverkamp schreibt uns sein Freund Prof. Dr. Israel J. Yuval aus Jeru­salem: „Der Talmud sagt (Sotah 13b): Gott vollendet die Jahre der Gerechten von Tag zu Tag und vom Monat zu Monat. Moses wurde am 7. Adar geboren und starb am 7. Adar. David wurde an Shavuot geboren und starb an Shavuot. Professor Alfred Haverkamp ist am 16. Mai 1937 geboren und starb am Abend des 16. Mai 2021, am Beginn von Shavuot. Er war in der Tat einer der Gerechten unserer Generation. Vom Tag seiner Geburt am Pfingstsonntag bis zum Tag seines Todes an Shavuot hat er Christen und Juden verbunden. Das war die Berufung seines Lebens, die er bis zu seinem letzten Tag erfüllt hat.“

Die Mitglieder der GEGEJ e. V. sind über den plötzlichen Tod von Alfred Haver­kamp tief erschüttert und fühlen sich in diesen Tagen mit seiner Familie verbunden, besonders mit Frau Ida Haverkamp und Prof. Dr. Eva Haverkamp-Rott.

Ehrendoktorwürde für Robert Jütte

Freitag, Januar 11th, 2019

Am 9. Dezember 2018 erhielt Prof. Dr. Robert Jütte, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung und langjähriges Mitglied der GEGJ, den Doctor of Hebrew Letters honoris causa vom Spertus Institute for Jewish Learning and Leadership, dem früheren Jewish College of Chicago.

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CfP Interdisziplinäres Forum „Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit“

Montag, Oktober 1st, 2018

20. Arbeitstagung, 8.–10. Februar 2019, Stuttgart-Hohenheim

Die Stadt als Ort jüdischen Lebens in der Frühen Neuzeit

Die zahlreichen Vertreibungen bzw. Ausweisungen aus den deutschen Städten am Ende des Mittelalters und die starke Verbreitung des Landjudentums in Süddeutschland in der Folgezeit verleiten nur zu oft zu der Annahme, dass sich jüdisches Leben seitdem vorwiegend im ländlichen Raum abgespielt habe. Dabei lebte ein nicht unerheblicher Teil der Juden im Alten Reich auch während der Frühen Neuzeit in Städten.

Wie sich die Siedlungssituation der Juden nach der Krise des Spätmittelalters neu gestaltete und ausdifferenzierte und unter welchen Bedingungen noch oder wieder Juden in Städten wohnen konnten, möchte die Tagung des Forums 2019 thematisieren. Zugleich sollen die aus dieser Entwicklung resultierenden Lebensformen unter dem Oberbegriff »Leben in der frühneuzeitlichen Stadt« vergleichend in den Blick genommen werden. Dies ist gerade auch in der Stadtgeschichtsforschung zwar immer wieder als Desiderat erkannt, aber – abgesehen von Studien zu einzelnen Städten – bisher kaum untersucht worden.

Das frühneuzeitliche Spektrum der von Juden bewohnten Städte reichte von Metropolen wie Frankfurt und Prag sowie großen Handels- und Hafenstädten wie Amsterdam oder Hamburg über wenige kleinere Reichsstädte mit einer starken und kontinuierlichen jüdischen Ansiedlung (Friedberg, Worms) und fürstliche Residenzstädte verschiedenster Größenordnung bis hin zu mittleren und kleinen Landstädten. Letztere unterschieden sich in ihrer Lebensrealität oft kaum von ihrer ländlichen Umgebung. Systematisch noch kaum beachtet wurden schließlich die zahlreichen »Ausweichorte«, jüdische Ansiedlungen vor den Toren von Städten wie z.B. Köln (Deutz), Nürnberg (Fürth) oder Krakau (Kazimierz), in denen selbst keine jüdische Bevölkerung geduldet wurde. Nicht nur die Frage nach der Anwesenheit von Juden in einer Stadt ist damit von Belang, sondern genauso die nach ihrer Abwesenheit bzw. den Folgen derselben für die Umgebung der Stadt bis hin zu ganzen Systemen von »Ersatzsiedlungen« rings um eine Stadt und deren Bedeutung für die Juden.

Zur Charakteristik städtischer jüdischer Siedlung in der Frühen Neuzeit gehört ihre Rolle als Orte jüdischer Bildung, Gelehrsamkeit und Gerichtsbarkeit. Die räumliche, soziale und ökonomische Struktur in der Stadt war ungleich differenzierter als auf dem Land. Es bestand eine komplexe Gemengelage jüdischer und nichtjüdischer Räume. Die alltägliche Lebenswelt wurde bestimmt von Nachbarschaft und Konkurrenz sowohl innerhalb der Gemeinde als auch zur christlichen Umgebung und zu anderen jüdischen Gemeinden.

Wir laden alle zum Thema Forschenden ein, sich mit Beiträgen von maximal 25 Minuten, mit »Werkstattberichten« aus laufenden Forschungsprojekten und Dissertationsvorhaben an der Tagung des »Forums« zu beteiligen. Willkommen sind Beiträge, die Formen und Relevanz eines städtisch geprägten Judentums beleuchten: von juristischen Themen wie z.B. einem jüdischen Bürgerrecht im 15./16. Jahrhundert über Wirtschaftsgeschichte und Stadtplanung bis hin zu eher judaistisch ausgerichteten Vorträgen zur Gemeindeorganisation, Gelehrsamkeit oder gar Liturgie.

Neben Fallstudien zu den verschiedenen Facetten jüdischen Lebens in der Stadt der Frühen Neuzeit sind besonders auch Beiträge willkommen, die das Thema vergleichend bzw. systematisierend in den Blick nehmen. Beispielhaft seien einige Themenbereiche genannt:

  • Stadt vs. Land: Was charakterisierte städtisches, was ländliches Judentum – oder: wo endete das Land, wo begann die Stadt?
  • Städtische Gemeindetypologien: Wie und unter welchen rechtlichen, wirtschaftlichen und herrschaftlichen Rahmenbedingungen gestaltete sich die jüdische Wieder- bzw. Neuansiedlung in Städten seit dem 16. Jahrhundert? In welchen Regionen und unter welchen herrschaftlichen Konstellationen lebten Juden in städtischen Siedlungen in der Frühen Neuzeit? Welche Gemeindetypen entstanden in diesen Kontexten?
  • Welchen Einfluss hatten die großen Entwicklungen der Epoche wie Territorialisierung, Konfessionalisierung, Merkantilismus oder Aufklärung auf das jüdische Leben in der Stadt, welche lokale und regionale Ereignisse?
  • Wie gestalteten sich wirtschaftliche und soziale Beziehungen sowie Machtkonstellationen innerhalb der jüdischen Stadtgesellschaft, zwischen jüdischer und christlicher Einwohnerschaft und zwischen Juden und Obrigkeit
  • Welche jüdischen, christlichen und jüdisch/christlichen Orte und Raumstrukturen lassen sich in der Stadt unterscheiden?
  • Ist „städtische“ Judenfeindschaft ein eigenes Phänomen? Gibt es Vertreibungen auch aus frühneuzeitlichen Städten?
  • Inwieweit konnten jüdische Gemeinden an alte städtische Traditionen und Institutionen (z.B. Friedhofsnutzung) anknüpfen, wie Zentralitätsfunktionen ausbilden? Waren städtische Gemeinden wie im Mittelalter immer auch jüdische Zentralorte?
  • Welche überregionalen Netzwerke von Familien oder Gemeinden lassen sich beobachten?
  • Finden sich Lob und Kritik an der Stadt in der zeitgenössischen jüdischen Kultur?
  • Wurden innerjüdische Entwicklungen wie messianische und chassidische Strömungen oder die Haskala in der Stadt anders rezipiert und gelebt als auf dem Land?

Das seit 2000 bestehende »Interdisziplinäre Forum jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit« dient dem Austausch von HistorikerInnen, JudaistInnen und allen, die sich wissenschaftlich mit Aspekten jüdischer Geschichte und Kultur vom späten Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert beschäftigen. Mit seiner 20. Arbeitstagung wendet es sich einem Thema zu, das in besonderem Maße geeignet erscheint, diesem Jubiläum gerecht zu werden. Denn es geht darum, ein Kernthema jüdischer Existenz unter den gegebenen äußeren Rahmenbedingungen dieser Epoche in den Blick zu nehmen.

Die Arbeitstagung findet von Freitagabend bis Sonntagmittag, 8.-10. Februar 2019, in Kooperation mit dem Referat Geschichte der Katholischen Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Tagungszentrum Hohenheim statt. Die Vorbereitung haben Rahel Blum (Frankfurt a. M.), Ulrich Hausmann (Mainz/Wien), Ursula Reuter (Köln), Wolfgang Treue (Duisburg-Essen) und Rotraud Ries (Würzburg) übernommen. Wie bei Arbeitskreisen üblich, tragen die Teilnehmenden, auch Referentinnen und Referenten, ihre Kosten selbst. In Einzelfällen ist ein Zuschuss durch die Akademie oder die GEGJ möglich.

Bitte senden Sie Ihren Themenvorschlag mit einer Kurzbeschreibung des Projekts bzw. des geplanten Vortrags bis zum 25. Oktober 2018 an Ursula Reuter oder Wolfgang Treue unter tagung_2019@forum-juedische-geschichte.de.

Reinhard Rürup (1934-2018)

Mittwoch, April 11th, 2018

Mit Bestürzung haben wir die Nachricht aufgenommen, dass unser langjähriges Vereinsmitglied Prof. Dr. Reinhar Rürup verstorben ist. Stefanie Schüler-Springorum hat ihm in der F.A.Z. einen Nachruf gewidmet:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ausser-konkurrenz-zum-tod-von-reinhard-ruerup-15534187.html

Im Berliner Tagesspiegel erschien der Nachruf von Wolfgang Benz:

https://www.tagesspiegel.de/kultur/zum-tod-des-historikers-reinhard-ruerup-topograph-des-terrors/21151478.html

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Konferenz über Johann Jakob Schudts „Jüdische Merckwürdigkeiten“

Freitag, Mai 9th, 2014

Das Seminar für Judaistik der J.W. Goethe-Universität und dasArye Maimon-Institut für Geschichte der Juden der Universität Trier in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main

laden ein zu einer Internationalen Konferenz:

Frankfurt’s »Jewish Notabilia«: Ethnographic Views of Urban Jewry in Central Europe around 1700

23.–25. Juni 2014,

J.W. Goethe-Universität Frankfurt a. M.
Campus Westend, Casino I.801

Die Tagung markiert den 300. Jahrestag eines epochalen literarischen Ereignisses: 1714 erschienen die drei ersten Bände der Jüdische(n) Merckwürdigkeiten des Frankfurter Privatgelehrten und Gymnasiallehrers (später Rektors) Johann Jakob Schudt (1664–1722). Schudt hatte den großen Brand in der Judengasse von 1711 zum Anlass genommen, eine ausführliche Beschreibung der Geschichte und des Lebens der Frankfurter Juden vorzulegen, eingebettet in eine Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Mit seinem Werk liegt eine exzeptionell reiche ethnographische Quelle für die Geschichte und Kultur des europäischen Judentums um 1700 vor, die bis in die Moderne hinein einen nachhaltigen Einfluss auf die Wahrnehmung von Juden und Judentum in der christlichen Mehrheitsgesellschaft gehabt hat. Mit einer Kabinettausstellung erinnert das Jüdische Museum Frankfurt an Schudts Werk. Die Tagung wird gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung.

Im Rahmen der Konferenz findet am Montag, 23. Juni, um 18 Uhr im Museum Judengasse (Dependance des Jüdischen Museums, Kurt-Schumacher-Straße 10) ein öffentlicher Vortrag von Naomi Feuchtwanger-Sarig (Tel Aviv): statt:

»Was Schudt sah, schrieb und wusste: Johann Jakob Schudts Beschreibungen jüdischer Rituale, Bräuche und materieller Kultur«

Anschließend wird die Kabinettausstellung des Jüdischen Museums zum Thema eröffnet.

Ein aktualisiertes Programm finden Sie hier. Information und Anmeldung: jewishstudies@uni-frankfurt.de (Tel. (069) 798 22677).

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Ehrendoktorwürde für Professor Haverkamp

Sonntag, Juni 19th, 2011

Jerusalem, 19. Juni 2011.

Im Rahmen ihrer feierlichen Versammlung am  Ende des akademischen Jahres hat die Hebräische Universität Jerusalem  dem Trierer Hochschullehrer Prof. (em.) Dr. Alfred Haverkamp die  Ehrendoktorwürde verliehen.

Wie der Dekan der geisteswissenschaftlichen  Fakultät, Professor Reuven Amitai, in seiner Laudatio hervorhob, habe  Haverkamp „die Historiographie der Juden in Europa zwischen dem 9. und  17. Jahrhundert neu definiert und die jüdische Geschichte zu einem  integralen Bestandteil der deutschen und europäischen Geschichte gemacht.“

Professor Haverkamp, der von 1970 bis 2005 den Lehrstuhl für  mittelalterliche Geschichte an der Trierer Universität innehatte,  befasst sich seit vier Jahrzehnten mit der Geschichte der Juden und ist Gründungsdirektor des Arye Maimon-Instituts für Geschichte der Juden  (seit 1996), an dem er noch heute tätig ist. 1986 gehörte er zu den Gründern der GEGJ e.V., als deren Vorsitzender er lange Jahre fungierte.

Die 1925 gegründete Hebräische Universität Jerusalem gehört heute zu den  angesehensten Universitäten der Welt. Die Ehrendoktorwürde verlieh die  Universität in diesem Jahr an insgesamt zehn Personen, von denen vier  aus Deutschland kommen – unter ihnen die Bundesministerin für Bildung  und Forschung, Frau Prof. Dr. Annette Schavan.

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Alltags- und Profankultur in illuminierten hebräischen Handschriften

Freitag, September 24th, 2010

Das Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden der Universität Trier lädt ein zum

13. Arye Maimon-Vortrag an der Universität Trier am
Mittwoch, 3. November 2010, 18 h, Hörsaal 10

Dr. Sarit Shalev-Eyni
(Hebräische Universität Jerusalem)
spricht über

Alltags- und Profankultur in illuminierten hebräischen Handschriften des Mittelalters

Beispiele aus dem mittelalterlichen Reich (14.–15. Jahrhundert)

Die Produktion illuminierter hebräischer Handschriften erlebte in den städtischen Zentren Süd- und Mitteldeutschlands sowie der Rheinlande vom 13. bis 15. Jahrhundert eine Blütezeit. Sie wurden für religiöse Zwecke geschaffen, und doch sind sie auch wichtige Zeugnisse für die Alltags- und Profankultur.

Wenn der jüdische Kopist den Text vollendet hatte, wurden einige dieser Handschriften zur Ausmalung den Werkstätten vor Ort überantwortet. Diese standen auch jüdischen Auftraggebern offen, sofern sie vermögend genug waren, sich illuminierte Bücher anfertigen zu lassen. In der Werkstatt wurden die hebräischen Manuskripte von christlichen Künstlern ausgemalt, die natürlich von dem jüdischen Auftraggeber oder Schreiber sorgfältig instruiert werden mussten. Im Zuge der praktischen Arbeit wurden diese Ateliers zu Stätten der Begegnung zwischen Juden und Christen, die zusammen wirken mussten, um eine illuminierte hebräische Handschrift zu vollenden.

Manuskripte und ihre Illuminationen stellen visuelle Dokumente dar, die die Textquellen der Zeit ergänzen. Ihre Untersuchung gewährt uns einen Blick auf Leben und Lebensstil der in Städten lebenden Auftraggeber, bei denen es sich um eher vermögende Juden gehandelt hat. Sie wirft zudem ein neues Licht auf die vielfältigen Beziehungen zwischen jüdischen und christlichen Gruppen in den städtischen Gesellschaften des Mittelalters.

Der Vortrag konzentriert sich auf die jüdische Teilhabe an der weltlichen Alltagskultur, wie sie in den Handschriften dokumentiert ist. Da die Profankultur häufig frei war von den Antagonismen zwischen Judentum und Christentum, hatte sie einen besonderen und für uns überraschenden Einfluss auf die jüdische Handschriftenkunst und jüdische Kultur insgesamt, vor wie nach der Katastrophe der Judenverfolgungen zur Zeit des „Schwarzen Todes“ (1348–50).

Der reich bebilderte Vortrag findet in englischer Sprache statt. Im Anschluss lädt das Arye Maimon-Institut zu einem Umtrunk ein.

12. Arye Maimon-Vortrag, Universität Trier

Dienstag, September 1st, 2009

Das Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden der Universität Trier lädt ein zum 12. Arye Maimon-Vortrag:

Prof. Dr. Sarah Stroumsa

(Rektorin, The Hebrew University of Jerusalem)

spricht über das Thema

Al-Andalus und Sefarad: Über Gelehrte und ihre Bibliotheken im muslimischen Spanien

Ort und Zeit: Montag, 5. Oktober 2009, 18 Uhr, Hörsaal 10, Universität Trier. Gäste sind herzlich willkommen.

Sarah Stroumsa, geboren 1950, ist »Alice and Jack Ormut Professor of Arabic Studies« an der Hebräischen Universität Jerusalem und gilt als weltweit führende Kennerin der jüdischen Philosophie- und Geistesge­schichte im arabischen Kulturkreis. Sie promovierte 1984 in Jerusalem mit einer Arbeit über den Gelehrten Dawud ibn Marwan al-Muqammis (erste Hälfte 9. Jh.) und hat seitdem zahlreiche wissenschaftliche Bei­träge zur judäo-arabischen Philosophie, Theologie und Literatur vorge­legt. Seit 1984 ist Frau Stroumsa am »Department of Arabic Language and Literature« der Hebräischen Universität tätig, wo sie 1999 eine Pro­fessur erhielt. Zurzeit versieht sie zudem das Amt der Rektorin ihrer Universität.

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Die GEGJ auf dem World Congress of Jewish Studies

Donnerstag, Juli 16th, 2009

Der »Weltkongress für jüdische Studien« in Jerusalem stellt – neben der jähr­lichen Konferenz der amerikanischen »Association of Jewish Studies (AJS)« – die weltweit führende Institution des wissenschaftlichen Austauschs über Themen der jüdischen Religion, Geschichte und Kultur dar. Er findet alle vier Jahre statt.

Die Durchsicht des vorläufigen Programms für den 15. World Congress of Jewish Studies, der vom 2. bis 6. August stattfindet, bringt eine erfreulich hohe Beteiligung von Mitgliedern unseres Vereins zutage. Dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Teilnahme ja nicht auf Einladung erfolgt und mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. Vertreten sind dort, in alphabetischer Reihenfolge:

Marion Aptroot (Vortrag in Sektion 451, Leitung der Sektion 454)
Rainer Barzen (Vortrag in Sektion 706)
Andreas Brämer (Vortrag in Sektion 237)
Alfred Haverkamp (Leitung der Sektion 706, mit Vortrag)
Johannes E. Heil (Vortrag in Sektion 219, Leitung der Sektion 216)
Elisabeth Hollender (Vortrag in Sektion 704)
Martha Keil (Leitung der Sektion 224, mit eigenem Vortrag)
Birgit E. Klein (Vortrag in Sektion 242, Leitung der Sektion 219)
Benjamin Laqua (Vortrag in Sektion 706)
Andreas Lehnardt (Leitung der Sektion 703, Vortrag in Sektion 704)
Jörg Müller (Vortrag in Sektion 706)
Lucia Raspe (Vortrag in Sektion 433)
Rotraud Ries (Vortrag in Sektion 219)
Barbara Staudinger (Vortrag in Sektion 224)
Michael Studemund-Halevy (Leitung der Sektion 468)
Erika Timm (Vortrag in Sektion 451)
Markus J. Wenninger (Vortrag in Sektion 216)
Israel J. Yuval (Leitung der Sektion 203, Vortrag in Sektion 252)

Damit stellen Mitglieder der GEGJ e.V. weit mehr als die Hälfte der Mitwirkenden aus dem deutschsprachigen Raum.

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