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Erinnerung an Prof. Dr. Rolf Kießling

Mittwoch, Juli 15th, 2020

(25. Juli 1941 – 22. Juni 2020)

Man würde sich so gerne noch einmal mit ihm austauschen, über einen neuen Quellenfund diskutieren, sich seinen Rat für ein Vorhaben einholen und herzlich mit ihm über die Ab- und Irrwege der akademischen Zunft lachen. Der Tod von Rolf Kießling hat viele Kolleginnen und Kollegen, viele seiner Schülerinnen und Schüler tief und trotz seiner langen Krebserkrankung überraschend getroffen. Dies hat sicher mit seiner geistigen Präsenz und seiner ungebremsten Schaffenskraft bis zuletzt zu tun. Rolf Kießling war für viele von uns der konstante, verlässliche und stets zugewandte Freund und wissenschaftliche Gesprächspartner, der sein Gegenüber immer mit Respekt, Freundlichkeit und einem ehrlichen Interesse bedachte. Auch der akademische Nachruf muss mit dieser menschlichen Würdigung beginnen. Denn für Rolf Kießling war wissenschaftliches Arbeiten immer vom Dialog getragen, im Sinne eines hierarchiefreien gedanklichen Austausches, der eine ansteckende Begeisterung und Neugierde für den Forschungsgegenstand vermittelte. Dabei konnte er seine Gesprächspartner inspirieren und motivieren wie kaum ein anderer. Die großen Erfolge in seinem Wirken als akademischer Lehrer lagen aber auch in der Weite seines Denkens begründet, die Freiheit und Freiraum ließ und doch stets begleitete und unterstützte.

Der gebürtige Augsburger studierte in München und legte dort 1966 das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Nach seiner Promotion 1969 bei Karl Bosl über „Bürgerliche Gesellschaft und Kirche in Augsburg im Spätmittelalter“,[i] einer vielzitierten Pionierstudie zum strukturellen Verhältnis von Stadt und Kirche, war er bis 1992 im gymnasialen Lehrdienst am Bayernkolleg in Augsburg tätig. Neben dem Schuldienst habilitierte er sich 1985 mit der Schrift „Die Stadt und ihr Land. Umlandpolitik, Bürgerbesitz und Wirtschaftsgefüge in Ostschwaben vom 14. bis ins 16. Jahrhundert“.[ii] Auch mit dieser Arbeit stieß er in Neuland vor, indem er die damals noch traditionell verfassungsgeschichtliche Ausrichtung der Stadtgeschichte um das Forschungskonzept der Stadt-Umland-Beziehungen erweiterte und damit das Verhältnis der Stadt zum umliegenden Land gänzlich neu beschrieb und bewertete. Nach einer Vertretungsprofessur an der KU Eichstätt für Theorie und Didaktik der Geschichte erhielt er 1994 den Ruf auf den Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg, wo er bis 2007 wirkte.

Sein wissenschaftlicher Stellenwert wird an den beiden Festschriften deutlich, die ihm zum 65. und 70. Geburtstag überreicht wurden.[iii] Als Landeshistoriker waren seine quellenreichen Studien am Raum Schwaben orientiert – am städtischen Raum wie am Umland und der Region. Seine fachspezifische Forschungsaufgabe als Landeshistoriker hat er stets auch als methodische Herausforderung begriffen und dabei die Debatte um die Perspektiven des Faches mitgestaltet. Die Geschichte Schwabens hat er in völlig neuer Weise gedacht: Auf der Basis eines offenen Raumverständnisses waren für ihn nicht in erster Linie die Grenzziehungen der Territorial- und Herrschaftsgeschichte entscheidend, sondern der dynamische Prozess bei der Konstitution von räumlichen Strukturen als Folge menschlichen Handelns. Auf diesem Wege entstanden über die Jahre durch sein intensives Forschen innerhalb Schwabens Wirtschaft-, Städte- und Bildungslandschaften. Zu seinen Innovationen, mit denen er die Geschichte Schwabens neu schrieb,[iv] gehörte auch die Entdeckung, dass diese Region in der Vormoderne zu den zentralen Siedlungslandschaften des europäischen Judentums in Mitteleuropa zählte.

Die ‚jüdische Landschaft‘ Schwabens gehörte in der Folge zu seinen wichtigsten Forschungsthemen, mit denen er weit über die Landesgeschichte hinaus nationale und internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren hat. Am Beginn stand eine Tagung im Juli 1992, die sich der Geschichte der jüdischen Gemeinden in Augsburg und Schwaben widmete und an der viele der späteren wissenschaftlichen Wegbegleiter teilnahmen. Diesem ersten Zugriff folgte die Konzentration auf das frühneuzeitliche Landjudentum, das bei dieser Tagung als das entscheidende Forschungsdefizit erkannt wurde. In der ihm eigenen Bescheidenheit und Bedachtheit formulierte er am Ende seiner Einleitung: „Ob der Anfang tragfähig ist, mögen die Leser und Rezensenten des vorliegenden Bandes entscheiden“.[v] Und er war tragfähig: daraus entwickelte sich ein außerordentlich fruchtbarer Forschungsschwerpunkt, der eine ganze Reihe an regionalen Fallstudien seiner Schülerinnen und Schüler hervorbrachte[vi] sowie weitere Tagungsbände,[vii] die zu Standardwerken für die Erforschung des Landjudentums wurden und letztlich auch seine langjährige Mitgliedschaft in der Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden e.V. begründeten. Sein Artikel zu den jüdischen Gemeinden in der Neuausgabe des Handbuchs der Bayerischen Geschichte von 2007 dokumentiert die Anerkennung seiner Arbeiten in der bayerischen Landesgeschichte.[viii] In seiner Funktion als Vorsitzender der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft Augsburg begründete er dazu eine eigene wissenschaftliche Buchreihe: die Quellen und Darstellungen zur jüdischen Geschichte Schwabens. Dabei hat er nicht nur Schwaben für die deutsch-jüdische Geschichte erschlossen, sondern auch landesgeschichtliche Ansätze für die Geschichte des Judentums im Reich fruchtbar gemacht: die Einbettung der rechtlichen Rahmenbedingungen jüdischer Existenz in die Territorialgeschichte gehört ebenso dazu wie die konsequente Berücksichtigung der wirtschafts-, sozial- und siedlungsgeschichtlichen Strukturbedingungen des nichtjüdischen regionalen Umfeldes. Dass er die Zusammenschau dieser Forschungen noch in einem großen Standardwerk zur jüdischen Geschichte Bayerns 2019 publizieren konnte, ist ein Geschenk an die künftige Forschung und sein Vermächtnis.[ix] Auch eine seiner letzten Arbeiten galt der jüdischen Geschichte Schwabens. Die detailreiche Karte der jüdischen Siedlungen in mehreren Zeitschnitten ist charakteristisch für seinen methodischen Zugriff.[x] Die aussagekräftige Vielfalt der dort eingetragenen Informationen erschließt sich nicht durch einen raschen Mausklick, sondern erfordert eine aufmerksame Auseinandersetzung mit den Befunden – auch dieses Statement zur Komplexität gehört zu den Merkmalen seines wissenschaftlichen Werkes.

Nicht nur hier – aber auf diesem Feld vielleicht besonders wirkungsvoll – überschritt er gerne die Grenzen des Wissenschaftsbetriebes. Das Vermitteln von Wissenschaft an ein breites Publikum war ein fester Bestandteil seines Selbstverständnisses als Landeshistoriker. Gerade für die jüdische Geschichte der Vormoderne ging es ihm darum, auch an die Gemeinsamkeiten christlicher und jüdischer Lebenswelten zu erinnern und die wichtige Rolle jüdischer Kultur für die regionalen historischen Traditionen zu betonen. Vielfältig waren seine Vortragstätigkeit, sein organisatorisches Engagement im „Netzwerk Historische Synagogenorte in Bayerisch-Schwaben“ und sein Wirken in der Lehrerbildung. Insbesondere das Jüdische Museum Augsburg Schwaben, wo er den Vorsitz des Wissenschaftlichen Beirats lange Jahre innehatte, profitierte von seiner Kooperation. Wenn heute die jüdische Geschichte fester Bestandteil der historischen Erinnerungskultur Schwabens ist und zugleich das frühneuzeitliche Landjudentum Schwabens zum Wissenskanon der deutsch-jüdischen Geschichte gehört, dann ist das sein Verdienst. Er lebt weiter in seinem Werk und im Gedächtnis von vielen.

Sabine Ullmann


[i]  Rolf Kießling, Bürgerliche Gesellschaft und Kirche in Augsburg im Spätmittelalter. Ein Beitrag zur Strukturanalyse der oberdeutschen Reichsstadt (Abhandlungen zur Geschichte der Stadt Augsburg Bd. 19), Augsburg 1971.

[ii] Rolf Kießling, Die Stadt und ihr Land. Umlandpolitik, Bürgerbesitz und Wirtschaftsgefüge in Ostschwaben vom 14. bis ins 16 Jahrhundert (Städteforschung Bd. 29), Köln u.a. 1989.

[iii] Johannes Burkhardt/Thomas Max Safley/Sabine Ullmann (Hgg.), Geschichte in Räumen. Zum 65. Geburtstag, Konstanz 2006; Dietmar Schiersner/Andreas Link/Barbara Rajkay/Wolfgang Scheffknecht (Hgg.), Augsburg, Schwaben und der Rest der Welt. Festschrift zum 70. Geburtstag, Augsburg 2011.

[iv] Rolf, Kießling, Kleine Geschichte Schwabens, Regensburg 2009.

[v] Rolf Kießling (Hg.), Judengemeinden in Schwaben im Kontext des Alten Reiches (Colloquia Augustana Bd. 2), Berlin 1995, S. 19.

[vi] Johannes Mordstein, Selbstbewußte Untertänigkeit. Obrigkeit und Judengemeinden im Spiegel der Judenschutzbriefe der Grafschaft Oettingen 1637-1806 (Quellen und Darstellungen zur jüdischen Geschichte Schwabens Bd. 2), Epfendorf 2005; Monika Müller, Judenschutz vor Ort: Jüdische Gemeinden im Fürstentum Pfalz-Neuburg (Quellen und Darstellungen zur jüdischen Geschichte Schwabens Bd. 5), Augsburg 2016; Claudia Ried, Zeit des Umbruchs? Die Auswirkungen des bayerischen Judenedikts auf die schwäbischen Landjudengemeinden (1813-1859) (Quellen und Darstellungen zur jüdischen Geschichte Schwabens Bd. 6) im Druck; Sabine Ullmann, Nachbarschaft und Konkurrenz. Juden und Christen in Dörfern der Markgrafschaft Burgau 1650 bis 1750 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte Bd. 151), Göttingen 1999.

[vii] Rolf Kießling/Sabine Ullmann (Hgg.), Landjudentum im deutschen Südwesten während der Frühen Neuzeit (Colloquiua Augustana Bd. 10), Berlin 1999; Rolf Kießling/Peter Rauscher/Stefan Rohrbacher/Barbara Staudinger (Hgg), Räume und Wege. Jüdische Geschichte im Alten Reich 1300-1800 (Colloquia Augustana Bd. 25), Berlin 2007.

[viii] Rolf Kießling, Die Jüdischen Gemeinden, in: Alois Schmid (Hg.), Handbuch der Bayerischen Geschichte, begründet von Max Spindler Bd. IV/2: Das Neue Bayern von 1800 bis zur Gegenwart: Die innere und kulturelle Entwicklung, München 2007, S. 356-384.

[ix] Rolf Kießling, Jüdische Geschichte in Bayern. Von den Anfängen bis zur Gegenwart (Studien zur jüdischen Geschichte und Kultur in Bayern Bd. 11), Berlin/Boston 2019.

[x] Rolf Kießling/Sabine Ullmann, Jüdische Niederlassungen in Schwaben, in: Hans Frei/Gerhard Hetzer/Rolf Kießling (Hgg.), Historischer Atlas von Bayerisch-Schwaben, 2. Aufl., 6. Lieferung Karte XII,6, Augsburg 2019.

Haskala in Breslau: CfP

Freitag, April 17th, 2020

Joel Bri’l Löwes Schulschriften im Kontext

Interdisziplinärer Workshop, 28.–29. Oktober 2020, Freie Universität Berlin. – Organisation: Uta Lohmann (IGDJ Hamburg) und Kathrin Wittler (FU Berlin)

Die Haskala des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts war eine jüdische Aufklärungsbewegung, deren Vertreter in mehreren Zentren wirksam waren. Während die personellen und institutionellen Bedingungen der Berliner Haskala in den letzten Jahren eingehend erforscht worden sind, steht für ein anderes wichtiges Zentrum der jüdischen Aufklärung – Breslau – eine vergleichbare Rekonstruktionsarbeit noch aus. Dazu soll ein DFG-gefördertes Editionsprojekt beitragen.

Im Rahmen des Editionsprojekts findet am 28. und 29. Oktober 2020 ein interdisziplinärer Workshop an der Freien Universität Berlin statt, der Expertinnen und Experten aus den Geschichts-, Erziehungs-, Religions-, Kultur-, Sprach-, Literaturwissenschaften miteinander ins Gespräch bringen soll. Zur Diskussion stehen unter anderem folgende Aspekte, die eng mit Joel Löwes Leben und Wirken und der Wilhelmsschule in Breslau verbunden sind:

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Würzburg: Vier Jahrzehnte Forschung

Mittwoch, Februar 12th, 2020

Vier Jahrzehnte Forschung zur jüdischen Geschichte – die erste Generation im Gespräch

Mit Roland Flade, Karen Heußer, Cornelia Mence und Leonard Scherg. Moderation: Rotraud Ries

Michael Schneeberger gehörte zu den Menschen in Unterfranken, die vor etwa 40 Jahren damit begannen, sich intensiv mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Region zu beschäftigen. Ihm widmet das Johanna-Stahl-Zentrum derzeit die Ausstellung »Der Spurenfinder – Michael Schneeberger und das jüdische Erbe in Bayern«, die noch bis zum 19. April gezeigt wird.

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Forum – Tagungsprogramm

Montag, Dezember 9th, 2019

Diversität statt Urbanität – Orte jüdischen Lebens zwischen Zentren und Peripherie (15. bis 19. Jahrhundert)

2019 tagte das Forum zu dem bislang systematisch wenig beachteten Thema „Die Stadt als Ort jüdischen Lebens in der Frühen Neuzeit“. Die Vorträge stellten neue Ergebnisse zu städtischen Großgemeinden wie Frankfurt a.M. und Worms, zu den Sonderfällen des Marktes Fürth und der Reichstagsstadt Regensburg sowie zu landesherrlichen Residenz- und Kleinstädten vor, geographisch konzentriert auf den süddeutsch-österreichischen Raum.

Schnell wurde deutlich, dass dies nur ein Anfang sein konnte. Denn auch außerhalb dieses „klassischen“, quantitativ zweifellos bedeutsamen Siedlungsraums zeigt sich, dass das gängige Paradigma vom Landjudentum als zentraler Lebensform nach dem Mittelalter relativiert und differenziert werden muss.

So liegt dem Titel der Tagung 2020 die These zugrunde, dass die Stadt als Ort jüdischen Lebens nicht einfach durch ländliche Siedlungsformen abgelöst wurde, sondern dass einer allein auf städtische Zentren orientierten jüdischen Lebensform des Mittelalters eine große Diversität folgte. Diese Vielfalt jüdischer Lebens- und Organisationsformen an diversen Standorten zwischen Dorf und Metropole und die Ablösung religiös-kultischer Zentren von örtlicher Urbanität und Zentralität möchten wir beleuchten. Und dabei danach fragen, welche Bedeutung die Lebensumstände in den jeweiligen Orten für die jüdische Bevölkerung und ihre Kultur hatten.

Das Tagungsprogramm mit den Anmeldungsinformationen finden Sie hier.

Forum – neue Tagungsberichte

Montag, Oktober 28th, 2019

Die Berichte über die 19. und die 20. Arbeitstagung des »Forums Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit« (2018 und 2019) sind jetzt online auf www.forum-juedische-geschichte.de zu finden. Wir weisen bei dieser Gelegenheit nochmals auf den Call for Papers zur kommenden 21. Arbeitstagung hin.

Red.

Jüdische Friedhöfe in Bayern

Montag, Oktober 28th, 2019

Stellenausschreibung

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Judaistin/Judaisten oder Historikerin/Historiker mit Schwerpunkt jüdiche Geschichte (m/w/d).

Den Text der Ausschreibung finden Sie hier.

red.

Call for Papers: Forum 2020

Montag, Oktober 7th, 2019

Diversität statt Urbanität: Orte jüdischen Lebens zwischen Zentren und Peripherie (15. bis 19. Jahrhundert)

Forum jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit, 7. –9. Februar 2020, Stuttgart-Hohenheim

Die klassische Meistererzählung zur Geschichte des aschkenasischen Judentums in Mitteleuropa nach den Vertreibungen aus den Städten besagt, dass einer Zeit relativer Blüte im Mittelalter eine Epoche des Niedergangs folgte. Die mittelalterliche Ära eines urbanen Judentums sei durch die Zeit des Landjudentums abgelöst worden. Nur wenige große städtische Gemeinden wie Frankfurt a.M. und Prag galten als Ausnahmen von dieser „Regel“. Eine jüdische Neuzeit sei erst in der Zeit der Aufklärung und des beginnenden Emanzipationsdiskurses im 18. Jahrhundert angebrochen.

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Erinnerung an Prof. Dr. Helmut Castritius

Dienstag, Oktober 1st, 2019

von J. Friedrich Battenberg

Am 23. September 2019 wurde unser Gründungsmitglied Prof. Dr. Helmut Castritius, der am 12. September nach kurzer, aber schwerer Krankheit starb, nach einem bewegenden Trauergottesdienst und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung sowie von zahlreichen Kollegen und Freunden im alten Friedhof zu Darmstadt-Arheilgen zur letzten Ruhe geleitet.

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Nachwuchsworkshop Bamberg (27.–29. Juli 2020)

Freitag, März 15th, 2019

Das Begriffspaar ‚Tradition‘ und ‚Moderne‘ prägt unser Bild von jüdischer Geschichte und Kultur bis heute. Der Dualismus „Land = Stagnation“ und „Stadt = Fortentwicklung“ ist ein in der Wissenschaft gängiges Muster, das es zu hinterfragen gilt. Das Verhältnis von Stadt und Land wurde zumeist als Einbahnstraße oder als Entweder-Oder, Stadt oder Land, betrachtet. Dabei stellt sich die Frage, ob eine solche Dichotomie weiterhin haltbar ist. Was passierte in den Zwischenräumen und Bewegungen in beide Richtungen? Welche Verbindungen und Transfers von Personen, Texten, Objekten, Ideen und Institutionen gab es, die die Kategorien „Land“ und „Stadt“ destabilisieren

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Ehrendoktorwürde für Robert Jütte

Freitag, Januar 11th, 2019

Am 9. Dezember 2018 erhielt Prof. Dr. Robert Jütte, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung und langjähriges Mitglied der GEGJ, den Doctor of Hebrew Letters honoris causa vom Spertus Institute for Jewish Learning and Leadership, dem früheren Jewish College of Chicago.

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