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Stellenausschreibung (jüd. Kulturerbe/DH)

Dienstag, August 23rd, 2022

Die IT-Gruppe Geisteswissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München sucht für das interdisziplinäre Projekt „Mapping des Kulturerbes: Deutsche emigrierte Rabbiner und ihr Vermächtnis“ im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Jüdisches Kulturerbe“ ab sofort eine:n

Wissenschaftlicher Mitarbeiter:in (Doktorand:in) (m/w/d)

Das Aufgabengebiet umfasst die Entwicklung eines Webportals mit Datenbankanbindung, Schnittstellen (APIs) und Funktionen zur Dateneingabe, Suche, Analyse, Auswertung und Visualisierung. Gefordert wird ein abgeschlossenes Studium (Master) in Digital Humanities, Informatik, Medieninformatik oder Computerlinguistik. Die Stelle ist auf drei Jahre befristet.

Zur Ausschreibung.

AB/CC

Juden und Krieg in der Frühen Neuzeit

Mittwoch, Juli 20th, 2022

Forschungen zur Geschichte der Juden A33 erschienen

Die zahlreichen Kriege der Frühen Neuzeit – Kabinettskriege europäischer Fürsten, langjährige Erbfolge- und Religionskriege, Aufstände und nicht zuletzt das Aufeinanderprallen christlicher und islamischer Mächte – hinterließen auch in der jüdischen Geschichte tiefe Spuren. Die Tagung „Juden und Krieg in der Frühen Neuzeit: Akteure, Erfahrungen, Strukturwandel“, die vom 14. Bis 15. Februar 2019 in Wien stattfand, befasste sich deshalb mit den vielfältigen Auswirkungen kriegerischer Ereignisse auf das Leben von Jüdinnen und Juden im frühneuzeitlichen Mitteleuropa. Der daraus hervorgegangene Tagungsband behandelt anhand aktueller Forschungen und auf breiter Quellenbasis unterschiedliche Aspekte jüdischer Siedlungsgeschichte sowie Migration und Wirtschaftstätigkeit und diskutiert nicht zuletzt auch intensiv die Frage nach dem unmittelbaren Kriegsdienst jüdischer Männer.

Mit Beiträgen von Reinhard Buchberger, Marie Buňatová, Martha Keil, Monika Müller, András Oross, Peter Rauscher, Michaela Schmölz-Häberlein, Martin Schröder, Marion Schulte, Michael K. Silber, Sabine Ullmann und Carsten Wilke.

ISBN 978-3-447-11857-6. – XII, 286 Seiten, 16 Abb., 2 Grafiken. – 58 €.

Gabriela-Meyer-Fellowship am IGdJ

Donnerstag, Juli 7th, 2022

Ausschreibung 2023

Mit dem Sommersemester 2023 startet das Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg das Gabriela-Meyer-Fellowship-Programm, um innovative wissenschaftliche Projekt im Feld der Jüdischen Studien zu fördern und im internationalen Austausch die bestehenden Forschungsschwerpunkte des IGdJ zu vertiefen. Bewerbungen in deutscher oder englischer Sprache müssen bis zum 15. September 2022 eingegangen sein. Alle Einzelheiten finden Sie in der Ausschreibung.

AB

Alfred Haverkamp Förderpreis

Montag, Mai 2nd, 2022

Die Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden (GEGJ) e.V. wurde 1987 auf Initiative von Prof. Dr. Dr. h.c. Alfred Haverkamp (1937–2021), bis 2005 Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Trier, ins Leben gerufen. Zum Gedenken an ihren Gründungsvorsitzenden, der seit den 1970er Jahren mit Forschungsarbeiten zur jüdischen Geschichte in der Vormoderne weltweit Anerkennung erworben hatte, hat die GEGJ den Alfred Haverkamp Förderpreis (AHFP) eingerichtet. Die GEGJ freut sich, den mit 2.000,- Euro dotierten Preis nun zum ersten Mal auszuschreiben. Mit dem AHFP sollen herausragende wissenschaftliche Monographien zur jüdischen Geschichte, Religion und Kultur, insbesondere Dissertationen und Habilitationsschriften, gewürdigt werden.

  • Die Fertigstellung bzw. die Publikation der für den AHFP vorgeschlagenen Beiträge darf nicht länger als zwei Jahre zurückliegen.
  • Die Bewerbung kann als Eigenbewerbung oder durch Vorschlag Dritter erfolgen und ist nicht an eine Mitgliedschaft in der GEGJ gebunden.

Folgende Unterlagen sind per E-Mail einzureichen:

  • der wissenschaftliche Beitrag (Manuskript, Druckfassung oder vorliegendes Buch als Digitalisat, Versand als E-Mail-Anhang oder als hochgeladene Datei, z.B. über WeTransfer)
  • ein Abstract der Arbeit (1-2 Seiten)
  • sofern vorhanden, die bei der Prüfungskommission eingereichten Gutachten zur Benotung der Arbeit (pdf-Dokument)
  • ein kurzer Lebenslauf und die aktuellen Kontaktdaten des/der vorgeschlagenen Nachwuchswissenschaftlers/in

Die Preisvorschläge bzw. die Bewerbungen sind bis zum 31. August 2022 an den Vorstand der GEGJ zu richten und an das Institut für die Geschichte der deutschen Juden (z. Hd. PD Dr. Andreas Brämer; E-Mail: andreas.braemer@igdj-hh.de) zu adressieren. Für Rückfragen stehen die beiden Vorsitzenden (andreas.braemer@igdj-hh.de; Eva.Haverkamp@lrz.uni-muenchen.de) sowie der Schatzmeister (cluse@uni-trier.de) gerne zur Verfügung.

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine aus mindestens drei ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bestehende Jury, die von der Mitgliederversammlung der GEGJ eingesetzt wird. Liegen mehrere vorgeschlagene Arbeiten von außergewöhnlicher Qualität vor, ist die Jury berechtigt, den Preis zu teilen. Die Preisverleihung soll in der ersten Jahreshälfte 2023 stattfinden.

PD Dr. Andreas Brämer (Hamburg), 1. Vorsitzender
Prof. Dr. Eva Haverkamp-Rott (München), 2. Vorsitzende
Dr. Christoph Cluse (Trier), Schatzmeister

Forum 2022 – jetzt doch online

Freitag, Januar 14th, 2022

Aus den bekannten Gründen muss nun auch die diesjährige Arbeitstagung des Interdisziplinären Forums „Jüdische Geschichte in der Frühen Neuzeit“ (5.–6. Februar) in den virtuellen Raum verlegt werden. Sie wird per Zoom stattfinden.

Das aktualisierte Programm finden Sie unter https://www.akademie-rs.de/vakt_24157. Vielleicht eröffnet Ihnen die Online-Durchführung erst die Möglichkeit zur Teilnahme. Sollten Sie sich schon angemeldet haben, müssen Sie nichts weiter tun. Alle anderen werden gebeten, sich noch unter https://www.akademie-rs.de/vanm_24157 anzumelden. Die Teilnahmegebühr beträgt € 20.

CC

Leo Baeck Stipendien 2022/23

Montag, Dezember 13th, 2021

Das internationale Leo Baeck Fellowship Programm richtet sich an Promovierende, die an einer Dissertation im Bereich Geschichte und Kultur des zentraleuropäischen Judentums arbeiten. Projekte aller Epochen, Disziplinen (z.B. Literatur, Philosophie, Geschichte, Musikwissenschaft) und geographischen Räume (z. B. Europa, Amerikas, Israel) sind willkommen, allen gemeinsam ist ein Bezug zum deutschsprachigen Judentum. Neben der finanziellen Unterstützung für ein Jahr bietet das Programm Gelegenheit zu wissenschaftlichem Austausch und Vernetzung. Es ist offen für Promovierende aller Nationalitäten und aller Hochschulen weltweit. Die Fellows verbleiben an ihrer jeweiligen Universität und kommen zu zwei Workshops zusammen, die gemeinsam vom Leo Baeck Institut London und der Studienstiftung organisiert werden.

Das Programm trägt den Namen des Rabbiners Dr. Leo Baeck (1873-1956), der einer der bedeutenden Persönlichkeiten des deutschen Judentums im 20. Jahrhundert war. Die Studienstiftung führt das Programm in inhaltlicher Kooperation mit dem Leo Baeck Institut London und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durch.

Für das akademische Jahr 2022/23 werden bis zu zwölf Stipendien vergeben. Die Stipendienlaufzeit beginnt zum Oktober 2022 und endet im September 2023. Regelmäßige Workshops (PDF, 0.2 MB) und ein gemeinsames Intranet unterstützen die Stipendiatinnen und Stipendiaten darin, sich ihre Projekte gegenseitig vorzustellen und sich über Methoden und Ergebnisse der Forschung auszutauschen. Arbeitssprachen sind Deutsch und Englisch. Promovierende, die ihre Dissertation an Universitäten in Deutschland erarbeiten und einreichen werden, können nach dem ersten Jahr eine Verlängerung der Förderdauer beantragen, sofern der Studienstiftung entsprechende Finanzmittel zur Verfügung stehen. Bewerbungsschluss ist der 1. Februar 2022.

Bewerbungsformular (DOC, 2 MB)

Alle weiteren Details finden Sie hier.

AB

»Verschwörungen und andere Gerüchte von den Juden«

Mittwoch, Oktober 27th, 2021

23. Arye Maimon-Vortrag an der Universität Trier

Am 3. November um 19.00 Uhr (s.t.) spricht an der Universität Trier Prof. Dr. Johannes Heil (Ignatz-Bubis-Professur, Hochschule für jüdische Studien Heidelberg) über das Thema:

»Verschwörungen und andere Gerüchte von den Juden: Ein mediävistischer Blick auf gegenwärtige Verirrungen«

Johannes Heil ist Historiker und seit 2005 Inhaber des Ignatz Bubis Lehrstuhls für Kultur, Geschichte und Religion an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Im Jahr 2021/22 ist er Fellow am Historischen Kolleg München. Neben Studien zur mittelalterlichen Textgeschichte ist er mit Arbeiten zur Vorurteils- und Antisemitis­musforschung hervorgetreten. Hier knüpft auch der diesjährige Arye Maimon Vortrag an und fragt nach dem Ertrag der Mittelalterforschung für den Umgang mit Verschwörungsvorstellungen, wie sie gegenwärtig allenthalben aufkeimen.

Die Veranstaltung findet hybrid statt, an der Universität Trier (Hörsaal 6, es gelten die Bestimmungen der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes RLP, 2Gplus) und per Zoom. Bitte melden Sie sich unter igj@uni-trier.de bis zum 31. Oktober an.

Forum 2022 – Call for Papers

Freitag, September 17th, 2021

Die 22. Arbeitstagung des »Interdisziplinären Forums jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit« widmet sich der jüdischen Familie. Die Wahl fiel damit auf ein zentrales Thema, ermöglicht doch die soziale Institution Familie Anknüpfungspunkte an nahezu alle Bereichen der Gesellschaft. Die Tagung soll sich den kulturspezifischen Besonderheiten der jüdischen Familie hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Stellung auseinandersetzen. Weitere mögliche Themenschwerpunkte ergeben sich aus Fragen zur äußeren Gestalt von Familien (Haushaltsstruktur, Demographie, Verknüpfungen).

Wir laden alle zum Thema Forschenden ein, sich mit Beiträgen von maximal 20-25 min. an der Tagung des „Forums“ zu beteiligen. Dies können Werkstattberichte aus laufenden Projekten und Promotions­vorhaben sein. Vorschläge werden bis zum 25. Oktober 2021 erbeten. Die Arbeitstagung findet von Freitagabend bis Sonntagmittag, 4.-6. Februar 2022, in Kooperation mit dem Referat Geschichte der Katholischen Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Tagungs­zentrum Hohenheim statt. Es gelten Corona-Schutzmaßnahmen.

Einen ausführlichen Call for Papers finden Sie hier.

CC

Fritz Reuter (1929–2021)

Donnerstag, September 9th, 2021

Die Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden trauert um ihr langjähriges Mitglied Dr. Fritz Reuter, der am 7. September, dem jüdischen Neujahrstag, im hohen Alter von 91 in Worms verstorben ist. Reuter, war von 1964 bis zu seiner Pensionierung 1996 Leiter des Stadtarchivs Worms. Der GEGEJ e.V. gehörte Reuter seit ihrer Gründung an, und seit den späten 1970er Jahren engagierte er sich in dem deutsch-israelischen Handbuch-Projekt Germania Judaica III (1350–1519), für den er vor allem den besonders wichtigen Artikel ›Worms‹ beisteuerte. Die jüdische Geschichte nahm im Rahmen seines umfassenden Engagements für die Stadt Worms eine besondere Rolle ein.

Anlässlich von Reuters Tod schreibt Dr. Gerold Bönnen, sein Nachfolger im Amt:

Im Jahre 1977 war Reuters Konzept für das neu zu erbauende Raschi-Haus (1982 Einweihung) der Schlüssel zur Entscheidung der Stadt, dieses, ›sein› neues Domizil für das von ihm gegründete Jüdisches Museum, das Archiv und die Denkmalpflege tatsächlich zu bauen. Er hat das Haus mit geplant, mit Leben gefüllt, es geprägt und zu dem gemacht was es heute ist; das Jüdische Museum war 1982 eines der ersten überhaupt nicht nur in Rheinland-Pfalz. Damit einher ging die intensive und seinerzeit ebenso pionierhafte, in enger Freundschaft mit den Eheleuten Dr. Karl und Annelore Schlösser gründliche und empathische Befassung mit der jüdischen Geschichte der Stadt und dem Schicksal ihrer Menschen vor, während und nach der bis dahin gern verdrängten und kaum erforschten NS-Zeit in der Stadt. Sein 1984 in erster Auflage erschienenes Buch ‚Warmaisa‘ setzte als erste Gesamtdarstellung des bis dahin unterschätzten oder unbekannten jüdischen Anteils an der Stadtgeschichte Maßstäbe.

Fritz Reuter bei der Grundsteinlegung des Raschi-Hauses, 18. Dezember 1980 (StadtAWo Fotoabt. 316 Neg.-Nr. F 5110/12).
Mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Worms

Viele Ehrungen durch die Stadt, den ihm so eng verbundenen Altertumsverein (dessen Vorsitz er von 1989 bis 2004 innehatte) und überregionale Organisationen zeugen von dem Respekt und der Anerkennung, die sein Wirken in Worms und weit über die Stadt hinaus gefunden haben. Ein ehrendes Andenken wird ihm bewahrt bleiben.

GB/CC

SchUM ist Welterbe!

Dienstag, Juli 27th, 2021

In seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou hat das Welterbe-Komitee der UNESCO am heutigen Mittwoch entschieden, die „SchUM-Stätten von Speyer, Worms und Mainz“ in die Liste der Welterbe-Stätten einzuschreiben. Hierzu gehören die mittelalterlichen Synagogenbezirke von Speyer und Worms sowie die alten jüdischen Friedhöfe von Mainz und Worms.

Die Abkürzung „SchUM“ geht auf die jüdischen Namen von Speyer, Worms und Mainz zurück. Die jüdischen Gemeinden dieser Städte gehörten zu den ältesten nördlich der Alpen und bildeten im Mittelalter einen Bund, der in gemeinsamen Statuten, den „Takkanot SchUM“, Ausdruck fand.

Das Welterbe-Komitee folgt mit seiner Entscheidung der Nominierung durch das Land Rheinland-Pfalz. Insbesondere wird anerkannt, dass die Ensembles von jüdischen Gemeindezentren und Friedhöfen seit dem 11. Jahrhundert die religiöse Architektur und Bestattungskultur der jüdischen Diaspora Mitteleuropas maßgeblich beeinflusst haben. Sie werden gewürdigt als einzigartige Zeugnisse für die Ausbildung der jüdischen Kultur und Identität in Europa und als Orte, die mit wesentlichen kulturellen Leistungen des sog. aschkenasischen (mitteleuropäischen) Judentums verbunden sind. Das Komitee erkennt die Integrität und Authentizität der Stätten ausdrücklich an und würdigt die bereits getroffenen und geplanten Vorkehrungen für deren Schutz und Pflege.

Mit dem 1997 gegründeten Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden (AMIGJ) war die Universität Trier an der Erarbeitung des Welterbe-Antrags durch das Land beteiligt. Zur Arbeitsgruppe des Landes unter Leitung von Dr. Stefanie Hahn (jetzt Innenministerium) gehörten außerdem Vertreterinnen und Vertreter der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), des Instituts für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg (IEK) sowie des Vereins „SchUM-Städte e.V.“, der in Abstimmung mit den beteiligten Städten und den jüdischen Gemeinden nun für das Management der Welterbe-Stätten zuständig ist.

Das Nominierungsdossier des Landes (in englischer Sprache) online einsehbar. Weitere Informationen: https://schumstaedte.de/unesco/schum-als-welterbe/

Zur Pressemitteilung des Landes Rheinland-Pfalz: https://mdi.rlp.de/de/service/pressemitteilungen/detail/news/News/detail/schum-staetten-sind-erstes-juedisches-unesco-welterbe-deutschlands/?no_cache=1&cHash=4ca79bb499f26858fa52f5bc1abd15b7

CC